So war der Tag : Anleger bleiben besorgt

Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag ein uneinheitliches Bild abgegeben. Der Dax konnte seine Kursgewinne vom Vormittag nicht verteidigen und fiel zum Handelsschluss um 0,7 Prozent auf 5912 Punkte. Für den M-Dax mittelgroßer Werte ging es um 0,1 Prozent auf 8108 Punkte nach unten. Einzig der Technologiewerte-Index Tec-Dax gewann 1,3 Prozent auf 742 Punkte.

Der Anstieg der Konsumausgaben in den USA konnte die Sorgen vieler Anleger offenbar nicht vertreiben. „Das war kein Rückschlag, aber eben auch kein großer Schritt nach vorne“, erklärte ein Analyst. Die Ausgaben legten um 0,4 Prozent zu und damit etwas stärker als von Analysten erwartet. Die Finanzmärkte verfolgen die Entwicklung des Konsums in der weltgrößten Volkswirtschaft genau, da er gut zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmacht.

Nach dem angekündigten Verkauf der Handysparte an den US- Chipriesen Intel gaben die Aktien von Infineon um 3,7 Prozent nach. Börsianer sagten, der Preis sei mit 1,4 Milliarden US-Dollar für einige Anleger wohl enttäuschend ausgefallen, weshalb nun Gewinne mitgenommen würden. Für NordLB-Analyst Jan Christian Göhmann kommt der Verkauf aber zum richtigen Zeitpunkt. Unter anderem aufgrund der hohen Forschungs-und Entwicklungskosten wäre ein Ausbau des Handysegments mit hohen Kosten und deutlichen Risiken verbunden gewesen.

Die beiden großen deutschen Versorgeraktien entwickelten sich konträr. Während RWE-Titel mit minus 0,7 Prozent schlossen, gewannen Eon-Aktien 0,1 Prozent dazu. Analysten verwiesen auf die Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die Laufzeiten der Atomkraftwerke um 10 bis 15 Jahre zu verlängern. Die Papiere von Tui legten im M-Dax 5,1 Prozent zu. Wie die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde mitteilte, will die S-Group Travel Holding GmbH, die dem russischen Oligarchen Alexej Mordaschow zuzurechnen ist, ihren Anteil an dem Reise- und Schifffahrtkonzern auf 25 bis 30 Prozent aufstocken. Im Tec-Dax sprangen die Titel von Smartrac mit plus 16,6 Prozent an die Spitze, nachdem der niederländische Funktechnik-Anbieter eine Offerte vom US-Finanzinvestor One Equity Partners erhalten hatte. „Eine gute Nachricht für Aktionäre“, meint DZ-Bank-Analyst Harald Schnitzer. „Der Übernahmepreis ist recht hoch und eine gute Gelegenheit, die Aktie zu einem hohen Preis zu verkaufen.“

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere nach dem am Freitag erreichten Rekordtief von 1,81 auf 1,85 Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,09 Prozent auf 129,16 Punkte. Der Bund Future rückte um 0,41 Prozent vor auf 134,21 Punkte. Der Kurs des Euro gab nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2700 (Freitag: 1,2713) Dollar fest. Tsp

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