So war der Tag : Anleger bleiben vorsichtig

Nach drei Gewinntagen in Folge fehlte dem deutschen Aktienmarkt am Mittwoch eine klare Richtung. Zuletzt ging es mit den Kursen deutlich nach oben. Der Dax stand zum Handelsschluss bei 6392 Punkten – ein Plus von 0,5 Prozent. Börsianern zufolge standen Aussagen von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zu einer gemeinsamen europäischen Finanzpolitik der Zurückhaltung vor dem US-Zinsentscheid am Abend gegenüber. In Athen wurde am Mittwoch der Vorsitzende der konservativen Partei Neue Demokratie, Antonis Samaras, als neuer griechischer Ministerpräsident vereidigt. Bereits in den vergangenen Tage hatten der wie erhofft positive Wahlausgang in Griechenland und die Hoffnung auf Maßnahmen der Notenbanken zur Stimulierung der Wirtschaft die Börsen gestützt. Am Rentenmarkt gaben die Renditen spanischer und italienischer Anleihen am Mittwoch etwas nach, was auch die Börsen in Mailand und Madrid anspornte. Der M-Dax der deutschen Nebenwerte stieg um ein Prozent auf 10 403 Punkte, während der technologielastige Tec-Dax 1,1 Prozent auf 748 Punkte gewann.

Ingesamt blieben die Anlager vorsichtig. „Schließlich stehen ja schon wieder neue Gipfeltreffen an, da will niemand auf dem falschen Fuß erwischt werden“, erklärte ein Händler. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reist am Freitag nach Rom, wo sie mit Italiens Ministerpräsident Mario Monti, dem französischen Staatspräsidenten François Hollande und Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy über die Schuldenkrise spricht.

Am deutschen Aktienmarkt gewannen Aktien der Allianz als einer der besseren Dax-Titel 1,3 Prozent. Sie reagierten damit positiv darauf, dass der Konzern sein Engagement in Belgien mit der Übernahme des Versicherungsgeschäfts von Mensura stärkt. Die K+S-Titel stiegen um 3,2 Prozent. Für die Papiere der Konsumgüterhersteller Henkel und Beiersdorf ging es am Indexende um 2,3 respektive 1,6 Prozent nach unten. Händler machten dafür die gesenkte Quartalsprognose des US-Konkurrenten Procter & Gamble verantwortlich, die auf die Stimmung drücke.

Ansonsten führten Analystenkommentare zu Bewegung im deutschen Leitindex. Die Anteilsscheine der Deutschen Telekom legten nach einer Hochstufung durch das US-Analysehaus Bernstein Research um 1,7 Prozent zu. Beim Energiekonzern Eon sorgte eine Kaufempfehlung der japanischen Bank Nomura für Kursgewinne von 2,3 Prozent.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere am Mittwoch auf 1,28 Prozent (Vortag: 1,17 Prozent). Der Rentenindex Rex sank um 0,47 Prozent auf 132,82 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,57 Prozent auf 140,56 Punkte nach. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2704 (Dienstag: 1,2619) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7872 (0,7925) Euro. Tsp

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