So war der Tag : Anleger greifen zu

Gestützt auf positive Unternehmensnachrichten und die Hoffnung auf eine Lockerung der Geldpolitik in den USA haben die europäischen Aktienmärkte am Mittwoch kräftige Gewinne verbucht. Der deutsche Leitindex legte den vierten Handelstag in Folge zu und übersprang mit Leichtigkeit wieder die Marke von 6600 Punkten. Vor dem am Abend anstehenden US-Konjunkturbericht ging der Dax mit einem satten Plus von 1,6 Prozent bei 6684 Punkten aus dem Handel und schloss damit auf dem höchsten Stand seit Anfang Mai. Für den M-Dax ging es um 0,9 Prozent auf 10 742 Punkte nach oben. Der Tec-Dax gewann 1,2 Prozent auf 764 Punkte.

Börsianer warnten allerdings davor, das Kursplus an den Märkten überzubewerten. Vor allem der dünne Umsatz von lediglich 2,46 Milliarden Euro im Dax deutete darauf hin, dass längst nicht alle Investoren auf den fahrenden Zug aufspringen wollten.

Marktbeobachtern zufolge setzten manche Anleger zudem darauf, dass die US-Notenbank doch noch ihre Geldschleusen öffnet, obwohl Fed-Chef Ben Bernanke entsprechende Hoffnungen am Dienstag und Mittwoch zunächst nicht erfüllte. „Die Meinung setzt sich aber immer mehr durch, dass die Federal Reserve etwas tun muss, um die Konjunktur anzukurbeln“, sagte Analyst Sebastian Sachs vom Bankhaus Metzler. Wann das geschehe, hänge von den kommenden Konjunkturdaten ab. Bernanke hatte bei seiner halbjährlichen Anhörung vor dem Bankenausschuss des US-Senats keine Hinweise darauf gegeben, die Geldschleusen zu öffnen. Am Mittwoch wiederholte er seine Aussagen vor dem Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses. Einen kräftigen Schub erhielten die europäischen Märkte am Nachmittag von den US-Börsen. Vor allem Technologiewerte kletterten in New York nach oben, nachdem die Quartalszahlen von Intel von den Anlegern auf den zweiten Blick als positiv bewertet wurden.

Im Dax setzten sich die Papiere von K+S mit plus 3,4 Prozent an die Index-Spitze. Sie profitierten von guten Nachrichten zweier Wettbewerber aus der Düngemittelbranche. Von einer Studie der Commerzbank zu europäischen Stahlwerten profitierten die Titel von Thyssen-Krupp mit plus 2,4 Prozent. Analyst Ingo-Martin Schachel blickt optimistischer auf den europäischen Stahlsektor und sieht in der Aktie von Thyssen-Krupp die derzeit einzige Kaufgelegenheit. Erneut gaben die Aktien des Motorenherstellers Deutz, der am Dienstag seine Jahresprognose einkassiert hatte, nach.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,03 Prozent am Vortag auf 0,99 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,21 Prozent auf 135,31 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,32 Prozent auf 145,36 Punkte zu. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2234 (Dienstag: 1,2281) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8174 (0,8143) Euro.Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben