So war der Tag : Anleger halten sich zurück

Am ersten Handelstag des neuen Quartals haben die Anleger an den europäischen Aktienmärkten zunächst Vorsicht walten lassen. Überraschend robuste Konjunkturdaten aus China sorgten nur kurz für Euphorie, so dass der Dax sein Plus von bis zu 1,1 Prozent abgab und zwischenzeitlich ins Minus rutschte. Am Abend hellte sich die Stimmung aber noch einmal auf: Der Dax schloss 1,6 Prozent im Plus bei 7056 Punkten. Der deutsche Leitindex hatte im ersten Quartal 17,8 Prozent zugelegt und damit den besten Jahresbeginn seit langem verzeichnet. Händler rechnen in der Karwoche generell mit einem ruhigen Geschäft: „Deshalb dürften auch einige Kursausschläge wegen des dünnen Volumens eher zufallsgetrieben sein“, sagte ein Börsianer.

Zurückhaltung legten sich viele Investoren auch deshalb auf, weil sie die Sorgen um eine Eskalation der Euro-Krise wieder einholten. Der spanische und der italienische Leitindex notierten deutlich schwächer. „Das sind Abschläge – vor allem bei Spanien –, die immer wieder für Verunsicherung sorgen“, sagte ein Börsianer. Das rezessionsgeplagte Land hatte am Freitag angekündigt, mit einem eisernen Sparkurs das Defizit 2012 auf 5,3 Prozent der Wirtschaftsleistung drücken zu wollen.

Unter den Einzelwerten zählten im Dax die Finanzwerte zu den größten Verlierern. Sie erholten sich aber am Abend: Deutsche Bank und Commerzbank stiegen 0,6 und 0,8 Prozent. „Das ist die typische Reaktion: Tauchen die Sorgen um die Euro-Krise wieder auf, leiden automatisch die Finanzwerte“, erklärte ein Händler die anfänglichen Verluste. Für Auftrieb im Dax hatte am Morgen zunächst der chinesische Einkaufsmanagerindex (PMI) gesorgt. Demzufolge liefen die chinesischen Industriegeschäfte im März so gut wie seit elf Monaten nicht mehr. Der Index legte auf 53,1 Punkte zu von 51 im Februar. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 50,5 Punkte gerechnet.

Auf der Verliererseite standen im Dax neben den Finanztiteln anfangs auch lange Daimler – die Aktie erholte sich am Abend aber deutlich und schloss 2,1 Prozent im Plus. Die italienische Zeitung „Corriere della Sera“ hatte berichtet, dass neben der Volkswagen-Tochter Audi auch die Stuttgarter ein Auge auf Ducati geworfen hätten. Daimler dementierte das allerdings. Damit dürfte sich die Geschichte auch erledigt haben, sagte ein Händler.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere am Montag auf 1,55 (Freitag: 1,50) Prozent. Der Bund-Future büßte 50 Ticks auf 137,99 Punkte ein. Die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihen kletterte auf 1,837 Prozent. Damit liegen die deutschen Renditen weit unter den US-Renditen, die um 2,2 Prozent pendeln. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3319 (1,3356) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7508 (0,7487) Euro. Tsp

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