So war der Tag : Anleger halten sich zurück

Die jüngste Herabstufung Spaniens und die Unsicherheit vor der Wahl in Griechenland haben den Dax am Donnerstag belastet. Nach einer Berg- und Talfahrt schloss der Dax 0,2 Prozent tiefer bei 6138 Punkten. Für den M-Dax der mittleren Werte ging es um 0,5 Prozent auf 9931 Punkte abwärts. Der Tec-Dax verlor 1,5 Prozent auf 723 Punkte. Der Euro-Stoxx 50 legte dagegen 0,2 Prozent auf 2148 Zähler zu. Auch an anderen europäischen Handelsplätzen ging es bergauf, nachdem sich die US-Börsen in der Pluszone behaupten konnten. Große Sprünge wagte aber auch dort kaum jemand.

„Bevor um Griechenland und Spanien nicht mehr Ruhe einkehrt, sollte man sich lieber einfach ein wenig zurückhalten und schauen, was passiert“, empfahl Aktienstratege Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank. Seit Tagen trauen sich die Investoren wegen der Probleme in der Euro-Zone und der bevorstehenden Parlamentswahl in Griechenland nicht, größere Positionen einzugehen. Die Ratingagentur Moody’s hatte am Mittwochabend die Bonität Spaniens gleich um drei Stufen auf „Baa3“ gesenkt. Damit rangiert das Land nur noch eine Stufe über Ramsch-Status. Eine weitere Herabstufung sei außerdem denkbar, hieß es von Moody’s. Als Grund nannte die Agentur die Hilfen von 100 Milliarden Euro für die spanischen Banken, die die Schuldenlast des Landes weiter erhöhten.

Wie am Vortag waren im Dax die defensiven Werte gefragt, also jene Aktien, die als weniger abhängig von der Konjunkturentwicklung gelten. Die Papiere des Pharma- und Chemiekonzerns Bayer standen mit einem Plus von 1,4 Prozent weit oben auf den Kaufzetteln. Die Aktien des Gesundheitskonzerns Fresenius rückten um 1,3 Prozent vor, die des Energiekonzerns Eon legten 0,9 Prozent zu. Dagegen standen besonders konjunkturabhängige Titel wie die Aktien der Autokonzerne und Finanzwerte auf der Verliererseite. Die Papiere von BMW und Daimler gaben 2,6 und zwei Prozent nach.

Im Tec-Dax stürzten die Aktien von Centrotherm zeitweise um rund 40 Prozent ab und markierten damit ein Rekordtief. Am Vorabend hatte der auf die Solarbranche spezialisierte Anlagenbauer mitgeteilt, derzeit mit den Banken zu verhandeln, um die Geldversorgung sicherzustellen. In den Sog von Centrotherm gerieten auch Solarworld. Sie rutschten in der Spitze um rund zehn Prozent ab. Die Centrotherm-Aktie schloss mit einem Minus von 26,5 Prozent, die von Solarworld ging mit minus 4,2 Prozent aus dem Handel.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,25 Prozent (Mittwoch: 1,24 Prozent). Der Rentenindex Rex stieg um 0,15 Prozent auf 133,47 Punkte. Der Bund Future verlor 0,29 Punkte auf 141,84 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2551 (1,2534) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7968 (0,7978) Euro. Tsp

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