So war der Tag : Anleger hoffen auf die USA

Kursgewinne an den US-Börsen und der „Januar-Effekt“ haben dem deutschen Aktienmarkt am Mittwoch kräftig Auftrieb gegeben. Der Dax schloss mit einem Plus von knapp einem Prozent bei 7127 Punkten. Im Handelsverlauf hatte er sogar den bisherigen Jahreshöchststand von 7165 Punkten ins Visier genommen. Der M-Dax der mittelgroßen Werte stieg um 1,7 Prozent auf 10 213 Punkte und der Technologiewerte-Index Tec-Dax gewann 1,3 Prozent auf 873 Punkte. „Es ist immer noch genug Geld da, das angelegt werden will, und das staut sich immer zu Jahresanfang“, sagte Analyst Christoph Schmidt vom Vermögensverwalter N.M.F. AG und erläuterte damit den sogenannten „Januar-Effekt“.

Viele Anleger hoffen auf eine anhaltende konjunkturelle Erholung in den USA. Im Blickpunkt stand am Mittwoch daher die am Abend endende Sitzung der US-Notenbank. Zwar sei mit keiner Leitzinsänderung zu rechnen und auch die quantitativen Maßnahmen zur Stützung der US-Wirtschaft würden voraussichtlich unangetastet bleiben – das Statement dürfte aber optimistischer als Mitte Dezember ausfallen, schrieb Helaba-Analystin Viola Stork.

Auf Erholungskurs gingen Volkswagen, die nach ihrer Favoritenrolle 2010 im neuen Jahr zunächst Federn lassen mussten. Die Aktien des Autobauers verteuerten sich nun nach einer Kurszielerhöhung von HSBC um 3,3 Prozent und führten damit den Dax an. „Die Lust aufs Umschichten ist den Anlegern mittlerweile offenbar vergangen“, sagte ein Händler. Die Analysten der HSBC sehen die VW-Vorzüge als Gewinner des angekündigten Zusammenschlusses mit Porsche und als Kandidaten für den Euro Stoxx 50. Daimler und BMW legten um 1,9 beziehungsweise 1,5 Prozent zu, die in keinem großen Index notierten Porsche-Titel lagen sogar sieben Prozent im Plus. Von den Kursgewinnen der Hersteller profitierten auch die Aktien der Autozulieferer. Leoni, Continental und Elring Klinger legten im M-Dax zwischen 3,9 und 3,1 Prozent zu.

Für die Aktien von SAP war der Tag trotz starker Geschäftsergebnisse und eines optimistischen Ausblicks durchwachsen. Die Titel von Europas größtem Softwarekonzern rutschten zunächst ins Minus, berappelten sich am Nachmittag aber und legten 1,4 Prozent zu. „Nachdem das Unternehmen bereits Mitte Januar die ersten Eckdaten bekanntgeben hatte, gab es keine große Überraschung mehr“, sagte ein Händler. Die Aktien des SAP-Konkurrenten Software AG notierten 2,5 Prozent fester.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,85 (Vortag: 2,78) Prozent. Der Rentenindex Rex legte um 0,08 Prozent auf 122,98 Punkte zu. Der Bund Future fiel um 0,32 Prozent auf 123,57 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3681 (Dienstag: 1,3596) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7309 (0,7355) Euro. Tsp

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