So war der Tag : Anleger hoffen auf Griechenland

Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag dank neuer Hoffnungen auf eine Einigung in den Schuldenschnittverhandlungen Griechenlands und guter US-Auftragsdaten seine Gewinne kräftig ausgebaut. Der Dax ging 1,8 Prozent höher bei 6540 Punkten aus dem Handel. Damit übersprang er erstmals seit Anfang August wieder die Marke von 6500 Punkten. Händlern zufolge überwand er damit einen wichtigen Widerstand, was neuen Raum nach oben schaffen könne. Der M-Dax legte um 1,5 Prozent auf 9975 Punkte zu. Der Tec-Dax gewann 0,9 Prozent auf 746 Punkte.

Am Markt hieß es, ein Bericht über eine baldige Einigung auf einen Schuldenschnitt für Griechenland habe dem Markt weiteren Schub gegeben. Athen zeigte sich optimistisch, dass die Gespräche mit privaten Geldgebern bis zum Wochenende oder spätestens Anfang kommender Woche abgeschlossen werden können. Aber auch die US-Zinspolitik wurde für die freundlichen Kurse verantwortlich gemacht. „Die Entscheidung der Notenbank Fed, den Leitzins bis Ende 2014 auf niedrigem Niveau zu halten, stützt die Aktienmärkte“, sagte Torsten Gellert, Managing Director bei FXCM. Auf Seiten der US-Wirtschaftsdaten glichen sich positive wie negative Überraschungen per Saldo aus.

Die Aktien der Deutschen Börse gewannen 3,9 Prozent. Händlern zufolge setzt sich am Markt die Meinung durch, die Deutsche Börse werde eigenständig erfolgreicher sein als in einem Verbund mit dem US-Wettbewerber NYSE Euronext.

Größter Dax-Gewinner waren jedoch die RWE-Papiere mit einem Aufschlag von 5,2 Prozent. Verwiesen wurde hier auf eine Studie von Cheuvreux als Kurstreiber. Für die Lufthansa-Titel ging es nach einer Hochstufung der japanischen Großbank Nomura um 3,7 Prozent hoch. Nomura hatte erklärt, insgesamt seien in den Aktienkursen der Luftfahrtbranche die hohen Ölpreise und eine schlechte Wirtschaftsentwicklung in der Euro-Zone schon berücksichtigt.

Im Nebenwerteindex M-Dax sorgten Übernahmehoffnungen bei Deutz für Kursgewinne von 6,5 Prozent. Die Anteilsscheine von Wacker Chemie büßten dagegen 2,4 Prozent ein. Der Halbleiterzulieferer und Chemiekonzern enttäuschte laut Börsianern mit seinen Zahlen für das Schlussquartal. Die seien „schlechter als erwartet“ gewesen, kritisierte Analyst Harald Gruber von Silvia Quandt Research. Den Ausblick bezeichnete er als entmutigend. Er werde daher seine Prognosen überdenken.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,58 (Vortag 1,62). Der Rentenindex Rex stieg um 0,33 Prozent auf 130,90 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,65 Prozent auf 138,72 Punkte. Der Euro legte ebenfalls zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3145 (Mittwoch: 1,2942) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7607 (0,7727) Euro. Tsp

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