So war der Tag : Anleger nehmen Gewinne mit

Wachsende Unsicherheit hat die Anleger am Donnerstag dazu gebracht, Aktien zu verkaufen und Gewinne einzustreichen. Der Leitindex Dax sackte um 0,7 Prozent auf 7443 Punkte ab. Für den M-Dax ging es um 0,6 Prozent auf 10 759 Punkte nach unten. Der Tec-Dax verlor knapp ein Prozent auf 922 Punkte.

Zur Verunsicherung trug Börsianern zufolge der drastische Preisrückgang bei Rohstoffen und der wieder festere Dollar bei. „Die Anleger flüchten derzeit aus risikoreicheren Anlageformen wie Aktien, Rohstoffen und dem Euro, der weiter durch das Griechenlandproblem belastet wird“, sagte Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank. Mangels Alternativen profitiere davon der Dollar. Von einer Fülle guter Quartalszahlen gingen nach Ansicht der Händler keine Impulse mehr für den Gesamtmarkt aus. „Dass die Unternehmen viel Geld verdienen, wissen wir inzwischen, das ist ein alter Hut“, sagte ein Börsianer. Berichte über einen guten Geschäftsverlauf würden deshalb eher für Gewinnmitnahmen genutzt.

Einer der wenigen Dax-Gewinner war die Lufthansa-Aktie mit einem Plus von 2,4 Prozent. Das Papier profitierte vom sinkenden Ölpreis. Der Treibstoff Kerosin ist ein wichtiger Kostenfaktor für Fluggesellschaften. Das Fass Nordseeöl der Sorte Brent kostete am Donnerstag nur noch rund 113 Dollar und damit rund 12 Dollar weniger als noch vor zwei Wochen. Die Titel von Air France-KLM lagen 0,8 Prozent im Plus. Hingegen fielen die im S-Dax notierten Aktien von Air Berlin um 0,7 Prozent. Die deutsche Nummer zwei war zu Jahresbeginn noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht.

Der Versorger RWE verzeichnete im ersten Quartal einen Gewinnrückgang, schnitt dabei laut Händlern aber besser ab als erwartet . Wie zuvor schon Konkurrent Eon stellt jedoch auch RWE seine Prognose für 2011 weiter unter Vorbehalt. Grund dafür ist die unklare Zukunft der Atomkraft in Deutschland. Die RWE-Papiere büßten 1,4 Prozent ein. Auch Allianz-Aktien wurden verkauft, sie verloren 1,4 Prozent. Die Bilanz der Münchner war zuletzt wegen zahlreicher Naturkatastrophen wie dem Jahrhunderterdbeben in Japan belastet worden. Die jüngste Serie von Tornados in den USA schlug mit 60 Millionen Euro zu Buche. Noch schlimmer erwischte es die Aktien des niederländischen Konkurrenten Aegon, die nach einem Gewinneinbruch 5,6 Prozent abrutschten.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,87 (Mittwoch: 2,93) Prozent. Der Rentenindex Rex legte mit plus 0,44 Prozent auf 123,01 Punkte kräftig zu. Der Bund Future stieg um 0,20 Prozent auf 124,18 Punkte. Der Kurs des Euro erholte sich nur etwas von seiner jüngsten Talfahrt und notierte zuletzt bei 1,4233 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,4153 (1,4357) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7066 (0,6965) Euro. Tsp

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