So war der Tag : Anleger warten auf Amerika

Der Dax ist am Montag nach einem kurzzeitigen kräftigen Plus kaum verändert aus dem Handel gegangen. Der Leitindex schloss mit plus 0,05 Prozent bei 6604 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich bis auf 6670 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit Juni 2008 geklettert war. Für den M-Dax der Nebenwerte ging es dagegen um 0,6 Prozent auf 9350 Punkte aufwärts, der Technologieindex Tec-Dax verlor 0,4 Prozent auf 821 Punkte.

„Die starken Konjunkturdaten aus China und die bislang gut gelaufene Bilanzsaison sorgen für recht gute Stimmung“, sagte ein Händler. Aber viele Anleger hätten sich vor den entscheidenden Notenbanksitzungen in den USA, in Europa, England und Japan in dieser Woche in die Warteposition zurückgezogen. Auch Florian Weber, Handelsvorstand der Schnigge Wertpapierhandelsbank, verwies auf die USA und die anstehenden Kongresswahlen sowie die Sitzung der US-Notenbank am Mittwoch. „Sie verhindern ein Durchziehen des Marktes.“

Dank der jüngsten Nachrichten zum Gerinnungshemmer Xarelto hielten sich die Papiere von Bayer mit plus 1,1 Prozent unter den größten Gewinnern im Leitindex. Börsianer werteten die mit Spannung erwarteten Ergebnisse einer Studie zu dem Mittel für Schlaganfallpatienten positiv. Zum anderen sahen Händler anhaltende Übernahmespekulationen als Kursstütze. Der „Platow-Brief“ hatte berichtet, dass Glaxo-Smith-Kline angeblich ein Auge auf Bayer geworfen hat und eine Aufspaltung plant.

Die meisten Automobilwerte gehörten ebenfalls zu den Favoriten. BMW- Aktien setzten sich mit plus 2,8 Prozent an die Dax-Spitze, Daimler-Titel legten 0,5 Prozent und MAN zwei Prozent zu. Die Papiere des Autozulieferers Continental gewannen im M-Dax 1,8 Prozent hinzu. Wie das „Handelsblatt“ aus dem Schaeffler-Umfeld berichtete, könnten Steuerforderungen in Milliardenhöhe aus den USA die Verschmelzung mit Continental auf Jahre hinauszögern. „Das ist eine durchaus positive Nachricht, weil der Markt eine Verschmelzung grundsätzlich kritisch sieht“, sagte Analyst Tim Schuldt von Equinet.

Finanzwerte blieben europaweit unbeliebt. Erneut gestiegene Risikoaufschläge für irische Staatsanleihen sorgten für Unruhe bei Investoren, sagten Händler. Ein überraschend schwaches Quartalsergebnis des Konkurrenten TNT belastete die Titel der Deutschen Post, die 1,2 Prozent abgaben. Air Berlin reagierten mit einem Plus von 3,9 Prozent auf überraschend vorgelegte Eckdaten zum dritten Quartal.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,20 Prozent (Freitag: 2,27). Der Rentenindex Rex stieg um 0,19 Prozent auf 127,04 Punkte. Der Bund Future gewann 0,34 Prozent auf 129,67 Punkte. Der Kurs des Euro fiel unter die Marke von 1,39 US-Dollar und lag zuletzt bei 1,3885 Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,3926 (1,3857) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7181 (0,7217) Euro. Tsp

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