So war der Tag : Auftrieb durch Apple

Die Unruhe der Anleger vor dem EU-Krisengipfel hat dem Dax am Mittwoch eine Berg-und-Talfahrt beschert. Kursstützend wirkte indes die sehr starke Quartalsbilanz des US-Technologiekonzerns Apple. Zum Handelsschluss stand der deutsche Leitindex 0,4 Prozent höher bei 7221 Punkten. Der M-Dax legte um 1,3 Prozent auf 10 770 Punkte zu und der Tec-Dax gewann 0,2 Prozent auf 840 Punkte.

„Das Augenmerk der Anleger richtet sich nach wie vor auf den Euro-Sondergipfel“, schrieb Analyst Gregor Kuhn von IG Markets. Sie erhofften sich von dem Treffen ein klares Signal, wie die Politiker die europäische Schuldenkrise in den Griff bekommen wollten. „Der Druck wächst, da die Schuldenkrise seitens Griechenlands, Irlands und Portugals nun auch auf Spanien und Italien überzugreifen droht.“

Angetrieben von Apples „bestem Quartal aller Zeiten“, legten einige Aktien aus dem Technologie-Sektor zu. Vor allem die Titel des als Zulieferer geltenden Chipherstellers Dialog Semiconductor profitierten: Sie gewannen im Tec-Dax 6,5 Prozent.

Dagegen büßten die Aktien von Infineon am Dax-Ende 3,2 Prozent ein, was ein Händler auf Gerüchte zurückführte, der Halbleiterspezialist habe einen Zuliefervertrag für Apples geplantes neues iPhone 5 an den US-Konkurrenten Qualcomm verloren. Allerdings habe Infineon sein Mobilfunk-Chipgeschäft an Intel verkauft, so dass die Nachricht die Aktie eigentlich nicht hätte belasten dürfen.

Die Bankentitel setzten nach den starken Verlusten der jüngsten Zeit erneut zur Erholung an. So rückten die Anteilsscheine der Commerzbank mit plus 6,3 Prozent an die Dax-Spitze, gefolgt von denen der Deutschen Bank, die um 3,4 Prozent stiegen.

Die Anteilsscheine von Siemens litten dagegen unter enttäuschenden Umsatzzahlen des französischen Branchenkollegen Alstom und verloren 0,5 Prozent.

Im M-Dax profitierten EADS-Aktien mit plus 3,9 Prozent von einem Großauftrag für die Flugzeugtochter Airbus. Die Amtsniederlegung des Unternehmenschefs bescherte der gebeutelten Praktiker-Aktie einen Kurssprung von 7,3 Prozent.

Der Eurostoxx 50 schloss 1,7 Prozent höher bei 2707 Punkten. Die nationalen Indizes in Paris und London legten ebenfalls deutlich zu. Der Dow Jones stand zum europäischen Handelsschluss dagegen knapp im Minus.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,49 (Vortag: 2,47) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,05 Prozent auf 125,31 Punkte. Der Bund Future sank um 0,61 Prozent auf 128,26 Punkte. Der Kurs des Euro stieg auf 1,4199 US-Dollar: Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,4207 (Dienstag: 1,4160) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7039 (0,7062) Euro gekostet. Tsp

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