So war der Tag : Aus Plus wird Minus

Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch nach einer kurzen Erholung seine Talfahrt fortgesetzt. Gerüchte über eine Abstufung der Kreditwürdigkeit von Frankreich waren Händlern zufolge der Auslöser in dem allgemein extrem nervösen Marktumfeld. Nachdem der Leitindex am Morgen noch auf 6089 Punkte gestiegen war, brach er am späten Nachmittag wieder um mehr als 500 Punkte ein. Mit einem Minus von 5,1 Prozent auf 5613 Punkte ging er aus dem Handel. Sein am Dienstag erreichtes 18-Monatstief bei 5503 Punkten wurde aber nicht unterboten. Zuvor hatte das wichtigste deutsche Börsenbarometer bereits zehn Handelstage in Folge im Minus geschlossen und in der Spitze fast 25 Prozent an Wert verloren. Der M-Dax mittelgroßer Werte verlor am Mittwoch 2,9 Prozent auf 8532 Punkte und der Tec-Dax büßte 1,5 Prozent auf 690 Punkte ein.

An der Wall Street startete der Handel ebenfalls im Minus. Zum Handelsschluss in Deutschland lag der Dow-Jones-Index drei Prozent niedriger bei 10902 Punkten. Er gab damit seinen deutlichen Vortagsgewinn fast vollständig wieder ab. Nach Einschätzung verschiedener Experten könnte Frankreich nach den USA der nächste Kandidat sein, der bei einer der großen Ratingagenturen seine Top-Einstufung verliere, hieß es am Mittwoch.

Für gute Stimmung hatte am Morgen die Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve vom Vortag gesorgt, im Kampf gegen die flaue US- Konjunktur zu einzigartigen Mitteln zu greifen: Die Notenbank kündigte an, zwei weitere Jahre an ihrer Niedrigzins-Strategie festzuhalten.

In Frankfurt richtete sich das Interesse der Händler zunächst noch auf die Flut von Unternehmensberichten – allein aus dem Dax legten Eon, Henkel und Commerzbank ihre Bilanzen vor. Besonders stark reagierten die Vorzugsaktien von Henkel, die als ein Favorit im Dax um 2,7 Prozent stiegen. Insgesamt wurde die Quartalsbilanz positiv gewertet und das begünstige eine Erholung nach den jüngsten Kurseinbrüchen, kommentierte ein Händler.

Commerzbank-Titel konnten ihr zunächst deutliches Plus nicht halten und rutschten bis Börsenschluss sogar mit 7,7 Prozent ins Minus. Eon-Aktien sackten nach der Bilanzvorlage des Versorgers sogar um elf Prozent ab. Die neue Zielsetzung liege unter den aktuellen Markterwartungen und könnte einen Schock für den Markt darstellen, sagte Analyst Sebastian Zank von Silvia Quandt Research.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,09 (Vortag: 2,07) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,09 Prozent auf 127,91 Punkte. Der Bund Future gewann 0,85 Prozent auf 133,54 Punkte. Der Euro stieg. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,4367 (1,4267) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6960 (0,7009) Euro. Tsp

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