So war der Tag : Autowerte leiden

Zwei Tage vor dem Start des EU-Gipfels hat sich der Dax am Dienstag kaum von der Stelle bewegt. Er pendelte um seinen Vortagesschluss und stand zum Handelsende mit minimalen 0,07 Prozent im Plus bei 6136 Punkten. Am Vortag hatten schwindende Hoffnungen vor dem EU-Gipfel den deutschen Leitindex um gut zwei Prozent gedrückt. Für den M-Dax mittelgroßer Werte ging es am Dienstag um 0,6 Prozent auf 9963 Punkte abwärts, der Technologie-Auswahlindex Tec-Dax verlor 0,9 Prozent auf 718 Punkte.

Händlern zufolge hat eine schwache Anleiheauktion in Spanien den Anlegern am Vormittag wieder den Mut genommen. „Das Interesse, die Geldmarktpapiere zu kaufen, war nur sehr gering“, sagte ein Börsianer. Anleger vermieden es, vor dem am Donnerstag startenden EU-Gipfel neue Risiken einzugehen. Die Anleiheversteigerung in Italien sei allerdings dann nicht ganz so schlecht ausgefallen.

Die Abstufung spanischer Banken durch die Ratingagentur Moody’s war indes befürchtet worden. Stratege Berndt Fernow von der Landesbank Baden-Württemberg sagte: „Die Mehrzahl der Anleger sieht keine Lösung der Euro-Krise. Somit ist eine große Skepsis gegenüber Aktien der Euro-Zone schon eingepreist.“

Am Nachmittag schockte der Halbleiterhersteller Infineon den Markt mit Prognosesenkungen. Diese kämen „vollkommen überraschend“ und es sei zu befürchten, dass weitere folgen könnten, meinten Händler. Die Infineon-Titel brachen am Dax-Ende um 11,8 Prozent ein.

Auch Autotitel belasteten den Gesamtmarkt. Der europäische Branchenindex war mit minus 1,44 Prozent der schwächste Sektor. Die Vorzüge von Volkswagen verbilligten sich um 0,5 Prozent, die Daimler-Papiere verloren 1,4 Prozent. Einem Bericht zufolge plant die chinesische Regierung derzeit keine Maßnahmen zur Stimulierung der heimischen Autonachfrage. Die BMW-Aktien litten mit minus 2,3 Prozent zusätzlich unter einer Abstufung durch die Analysten der Citigroup.

Versorger kletterten dagegen nach einer positiven Branchenstudie von Merrill Lynch an die Dax-Spitze: Die Eon-Titel waren nach einer Hochstufung mit plus 3,3 Prozent der beste Wert im Leitindex, die Anteile an RWE verteuerten sich um 2,9 Prozent.

Die Leitindizes in London und Paris gaben ebenfalls nach. In den USA stand der Dow Jones Industrial zum Zeitpunkt des europäischen Börsenschlusses mit minimalen 0,02 Prozent im Minus.

Am Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere bei 1,22 (Montag: 1,22) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,01 Prozent auf 133,41 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,25 Prozent auf 141,71 Punkte. Der Euro fiel. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2475 (1,2488) fest. Der Dollar kostete damit 0,8016 (0,8008) Euro. Tsp

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