So war der Tag : Banken unter Druck

Die Schuldenkrise in Europa und die wachsenden Spannungen in Korea haben Anlegern zum Wochenschluss die Lust auf Aktien genommen. Viele nahmen Gewinne mit, so- dass der Dax am Freitag zunächst kräftig auf Werte um 6780 Zähler fiel. Bange Blicke richteten sich auf die koreanische Halbinsel. Nahe der Grenze von Nord- und Südkorea wurden am Freitag erneut Artilleriegeschosse abgefeuert. Am Dienstag waren bei einem Artillerieangriff Nordkoreas auf eine südkoreanische Insel vier Menschen getötet worden. „Dieser ungelöste Konflikt sorgt immer für Nervosität“, sagte ein Händler.

Mit Blick auf die Schuldenkrise haben viele Anleger laut Börsianern die Sorge, dass nach Irland auch Portugal und möglicherweise sogar Spanien unter den Rettungsschirm der EU schlüpfen muss. „Die Frage ist, wie es weiter- geht und ob uns am Ende doch ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone droht“, sagte ein Händler. Der Euro-Stoxx-50 für die Euro-Zone verlor ebenfalls deutlich. Der Euro fiel bis zum Nachmittag auf 1,3199 Dollar. Für Erleichterung sorgte am frühen Abend jedoch die Zustimmung des portugiesischen Parlaments zum Sparhaushalt 2011. Damit will das Land sein Haushaltsdefizit deutlich senken.

Der Deutsche Aktienindex erholte sich und lag bei Handelsschluss nur noch um 0,45 Prozent im Minus bei 6849 Punkten. Der M-Dax verlor 0,3 Prozent auf 9459 Zähler. Der Tec-Dax drehte ins Plus und lag zuletzt 0,4 Prozent höher als am Vortag bei 793 Punkten.

Unter Druck standen am Freitag europaweit Finanzwerte. „Bei den Bankenwerten macht sich die Furcht vor einer Ausweitung der europäischen Schuldenkrise am stärksten bemerkbar“, sagte ein Händler. In Madrid stürzten die Aktien der Banco Santander ab. Die Papiere der Konkurrenten Banco Popular und BBVA rutschten ebenfalls ab. Spanische Banken haben nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich vom Juni rund 100 Milliarden Euro nach Portugal verliehen. Im Dax verloren die Papiere der Deutschen Bank 1,7 Prozent, die der Allianz 1,6 Prozent und Commerzbank-Aktien 1,2 Prozent.

Auf der Verliererspur fuhren zudem anfangs Automobilwerte, die Händlern zufolge unter Gewinnmitnahmen litten. Die Aktien von VW erholten sich und lagen am Ende 0,3 Prozent höher. Volkswagen-Aktien haben ihren Wert im laufenden Jahr nahezu verdoppelt. BMW-Aktien fielen um 1,1 Prozent, Daimler-Titel um 0,8 Prozent.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,34 (Donnerstag: 2,36) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,15 Prozent auf 126,73 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,35 Prozent auf 127,74 Punkte. Der Kurs des Euro legte zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3325 (1,3321) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7561 (0,7507) Euro. Tsp

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