So war der Tag : China macht Anleger nervös

Spekulationen über eine weitere Straffung der Geldpolitik in China haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstag belastet. Der Dax fiel bis zum Abend um 1,9 Prozent auf 6663 Zähler. „Der deutsche Aktienmarkt reagiert inzwischen sehr sensibel auf Nachrichten aus China. Die hiesigen Exporteure sind dort stark im Geschäft“, sagte ein Händler. „Falls sich das Konjunkturbild in China eintrübt, könnte es für den Dax richtig runtergehen.“ Zur Verunsicherung trugen zudem die anhaltenden Spekulationen über mögliche Hilfen für Irland bei.

Der jüngste Straffungsschritt der chinesischen Notenbank – höhere Mindesteinlagen für Geschäftsbanken bei der Zentralbank – trat am Dienstag in Kraft. Obwohl dies die Geldmenge und damit die Nachfrage bremst, bleibt die Inflation nach Einschätzung von Chinas Zentralbankchef Zhou Xiaochuan ein Problem. Der Aktienmarkt in Schanghai rutschte um vier Prozent ab. An den europäischen Märkten standen in der Folge Aktien von Unternehmen unter Druck, die von einer Abkühlung des rasanten Wirtschaftswachstums in China besonders stark betroffen wären.

Verkauft wurden unter anderem Stahlwerte. Thyssen-Krupp-Aktien waren mit einem Minus von 2,8 Prozent einer der Dax-Verlierer, Salzgitter-Papiere hielten mit einem Abschlag von 4,7 Prozent im M-Dax die rote Laterne. Die Titel der Kupferhütte Aurubis fielen um 4,5 Prozent. Auf den Stahlwerten lastete Händlern zufolge allerdings auch, dass Weltmarktführer Arcelor-Mittal je einen Hochofen in Deutschland und Frankreich vorübergehend außer Betrieb nimmt. Arcelor-Mittal-Titel gaben 4,6 Prozent nach. An der Londoner Börse gingen die dort schwer gewichteten Aktien von Minenkonzernen auf Talfahrt und zogen den Leitindex „Footsie“ 2,4 Prozent ins Minus. „Wenn die Notenbank in Peking die Konjunktur in China zügelt, könnte das die Nachfrage nach Rohstoffen allgemein verringern“, erklärte ein Händler. Die Titel von BHP Billiton, Antofagasta, Rio Tinto und Xstrata fielen ebenfalls deutlich. Im Sog der Branche sanken im Dax K+S um 3,1 Prozent. An der Frankfurter Börse verkauften Anleger zudem Aktien von Unternehmen mit starkem China-Geschäft. Deutlich gegen den Trend notierten Infineon-Aktien im Plus. Nach Vorlage der Bilanz zog der Kurs an der Dax-Spitze um 4,2 Prozent an. Der Halbleiterspezialist will nach einem starken Schlussquartal zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder eine Dividende an seine Aktionäre zahlen und ein Aktienrückkaufprogramm starten.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,29 (Montag: 2,27) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,17 Prozent auf 126,89 Punkte. Der Bund Future gab um moderate 0,07 Prozent auf 128,77 Punkte nach. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3612 (1,3626) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7346 (0,7339) Euro. Tsp

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