So war der Tag : China sorgt für Unruhe

Wieder aufgeflammte Sorgen um die Weltwirtschaft haben die jüngste Rallye des Dax am Dienstag erst einmal ausgebremst. Der Leitindex pendelte zuletzt um seinen Vortagesschluss bei 7448 Punkten. Zuvor hatte der Leitindex fünf Handelstage in Folge Gewinne verbucht und in der Vorwoche ein sattes Plus von insgesamt 4,2 Prozent erzielt. Der M-Dax der mittelgroßen Werte lag zuletzt noch mit 0,2 Prozent im Plus bei 11 113 Punkten. Für den Tec-Dax dagegen ging es angesichts einiger schwacher Solarwerte um 0,9 Prozent nach unten auf 903 Punkte.

Der Kampf Chinas gegen den anhaltend hohen Inflationsdruck habe die Anleger von weiteren Engagements abgehalten, meinte Händlerin Anita Paluch von ETX Capital. Falls die chinesische Zentralbank zur Abwehr höherer Preise die Zinsen erhöhen sollte, könnte dies das weltweite Wirtschaftswachstum abschwächen, so die Befürchtung.

Die Aktien von Henkel kletterten mit einem Plus von 2,5 Prozent an die Spitze des Dax. Europaweit wurden Konsumgüter-Titel von Übernahmespekulationen gestützt. Der britische Konzern und Calgon-Hersteller Reckitt Benckiser soll ins Visier von Procter & Gamble sowie Unilever geraten sein. Die Titel von MAN und Volkswagen knüpften nahtlos an ihre Vortagsentwicklung an: Während die Papiere des Lastwagenbauers am Dax-Ende 3,4 Prozent Euro einbüßten, ging es für die Vorzugsaktien des Wolfsburger Autobauers, der am Vortag die Mehrheitsübernahme bei MAN mitgeteilt hatte, um weitere 1,4 Prozent hoch.

Gefragt waren Allianz-Titel, die um 0,6 Prozent stiegen. Europas größter Versicherer setzt mit einer Wandelanleihe den Grundstein für eine Partnerschaft mit dem japanischen Lebensversicherer Nippon Life. Die Japaner können die nachrangige Anleihe über eine halbe Milliarde Euro binnen zehn Jahren in Allianz-Aktien umtauschen. Damit würde Nippon Life ein wichtiger Aktionär des deutschen Versicherers.

An der M-Dax-Spitze gewannen die Aktien von Hugo Boss dank einer Kaufempfehlung der Schweizer Großbank Credit Suisse 2,7 Prozent und setzten damit ihre Rekordjagd fort: So teuer (zeitweise knapp 76 Euro) wie derzeit waren die Papiere des Modeunternehmens in ihrer mehr als ein Vierteljahrhundert alten Börsengeschichte noch nie. Analyst Rogerio Fujimori verwies auf ein beachtliches Wachstumspotenzial insbesondere in Asien und den USA.

Im S-Dax standen Sixt-Aktien mit einem Plus von knapp sechs Prozent an der Spitze.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,79 (Montag: 2,81) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,09 Prozent auf 123,48 Punkte. Der Bund Future aber rückte um 0,06 Prozent vor auf 125,55 Punkte. Der Euro gab nach: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,4461 (1,4500) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6915 (0,6897) Euro. Tsp

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