So war der Tag : Das Prinzip Hoffnung

Wachstumshoffnungen in der ganzen Welt haben die Aktienanleger am Freitag in Kauflaune versetzt. Neben starken Konjunkturdaten aus China hellten vor allem die positiven US-Beschäftigtenzahlen die Stimmung auf. Außerdem wurden die Ergebnisse des Stresstests für die irischen Banken mit Erleichterung aufgenommen. Analysten hatten Schlimmeres erwartet. „Die Zahlen sind offensichtlich gut und geben zur Hoffnung Anlass, dass der Markt in den kommenden Monaten steigt“, sagte Bernard Baumohl, Chef-Ökonom der Economic Outlook Group in Princeton, New Jersey. Der Dax stieg um zwei Prozent auf 7179 Punkte. Am Vortag hatte der Leitindex zwar wegen einiger Unsicherheiten auch aus dem Bankensektor mit dem Stresstest in Irland moderat tiefer geschlossen. Das turbulente erste Quartal ging aber mit einem Plus von knapp zwei Prozent halbwegs versöhnlich zu Ende. Der M-Dax rückte am Freitag ebenfalls um 1,8 Prozent auf 10 490 Punkte vor, der Tec-Dax stieg um 0,9 Prozent auf 938 Punkte. Der Volatilitätsindex V-Dax, der die Nervosität der Anleger misst, fiel auf ein Fünfeinhalb-Wochen-Tief.

Die Aktien der Deutschen Börse gaben um 1,4 Prozent nach, nachdem der Börsenbetreiber Nasdaq OMX ebenfalls ein Gebot für die NYSE Euronext vorgelegt hat. Dieses liegt über dem Angebot der Frankfurter, die ausgestochen werden sollen. Am Markt gingen die Beurteilungen zu den Erfolgschancen der Kontrahenten auseinander. „Es ist fraglich, ob die Deutsche Börse ihr Angebot nachbessern wird“, sagte ein Händler. Vor einigen Wochen habe der Finanzvorstand dies noch ausgeschlossen. Ein anderer Börsianer erwartet, dass die Deutsche Börse nachziehen wird.

Für Gesprächsstoff sorgte ansonsten der Energiekonzern RWE mit einer Klage gegen die vorübergehende Abschaltung des Atomkraftwerks Biblis A in Hessen. Nach Einschätzung von Experten hat RWE gute Chancen, da die Begründung für die zwangsweise Abschaltung von sieben alten Meilern rechtlich umstritten ist. Die RWE-Titel gewannen 1,6 Prozent. Für die Aktien des Konkurrenten Eon, der diesem Beispiel nicht folgen will, ging es um 0,9 Prozent hoch.

Europaweit gefragt waren Finanzwerte, nachdem der Stresstest für die irischen Banken einen Kapitalbedarf im Rahmen der Erwartungen ergeben hatte. „Es hätten auch mehr als die ermittelten 24 Milliarden Euro herauskommen können“, sagte ein Börsianer. Die Aktien der Deutschen Bank gehörten mit einem Plus von 31 Prozent zu den Spitzenreitern imDax.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,15 (Vortag: 3,08) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,23 Prozent auf 121,18 Punkte. Der Bund Future verlor 0,21 Prozent auf 121,02 Punkte. Der Euro stieg auf 1,4185 US-Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,4141 (Donnerstag: 1,4207) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7072 (0,7039) Euro.Tsp

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