So war der Tag : Das Vertrauen fehlt

Schwache Konjunkturdaten und Quartalszahlen aus den USA haben den deutschen Aktienmarkt am Freitag tief in die Verlustzone rutschen lassen. Der Dax büßte 1,8 Prozent auf 6040 Punkte ein, nachdem er im Tagesverlauf lange Zeit im Plus gelegen hatte. Trotz der Kursgewinne aus den ersten drei Wochentagen ging der Leitindex auf Wochensicht mit einem Minus von 0,4 Prozent aus dem Handel. Der M-Dax der mittleren Werte verlor am Freitag ebenfalls 1,8 Prozent auf 8137 Punkte. Für den Tec-Dax ging es um 1,1 Prozent nach unten auf 775 Zähler.

„Die jüngsten Daten haben unter den Anlegern wieder die Sorge hervorgebracht, dass die US-Konjunktur auf wackeligen Beinen stehen könnte“, sagte Marktstratege Thilo Müller von MWB Fairtrade. Trotz eher schwach ausgelegter Quartalszahlen vom Freitag traue er den Unternehmen weiterhin zu, dass sie das Ruder im Rahmen der anlaufenden Berichtssaison herumreißen könnten.

Aktien der Deutschen Bank weiteten nach den Zahlen der US-Großbanken Citigroup und Bank of America ihre Verluste aus und verloren drei Prozent auf 47,66 Euro. Papiere der Commerzbank gaben um 2,4 Prozent auf 6,23 Euro nach. „Bei beiden Banken ist vor allem das Investmentbanking nicht gut gelaufen“, kommentierte ein Händler. Und das laste auf der von diesem Bereich besonders abhängigen Deutschen Bank. Börsianer verwiesen zudem darauf, dass JPMorgan die Messlatte mit ihren Zahlen vom Vortag hoch gelegt habe.

In dem schwachen Umfeld verpufften überraschend veröffentlichte Zahlen von Daimler. Die Papiere des Autobauers gaben um 0,5 Prozent auf 43,05 Euro nach, hielten sich damit aber im oberen Drittel vom Dax. Der Stuttgarter Autobauer hatte überraschend vorläufige Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt und mit seinem Gewinn vor Zinsen und Steuern die Markterwartungen übertroffen. BMW-Aktien fielen um 0,3 Prozent auf 42,15 Euro, die Vorzüge von Volkswagen verteuerten sich um 0,2 Prozent auf 76,00 Euro. Die Papiere des Düngemittelproduzenten K+S führten dank guter Zahlen des Konkurrenten Yara die kurze Gewinnerliste an. Der Titel legte um 2,6 Prozent auf 38,90 Euro zu, nachdem der norwegische Konkurrent mit einem höher als erwartet ausgefallenen Gewinn überraschte. Versorger waren die größten Verlierer im Dax: RWE-Aktien gaben um 4,3 Prozent auf 52,33 Euro nach und Eon-Titel büßten als schwächster Wert knapp fünf Prozent auf 21,77 Euro ein.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,30 (Vortag: 2,28) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,08 Prozent auf 126,54 Punkte. Der Bund Future verlor 0,19 Prozent auf 128,56 Punkte. Der Referenzkurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,300 (Donnerstag: 1,2828) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7692 (0,7795) Euro. Tsp

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