So war der Tag : Dax bricht ein

Trübe Konjunkturaussichten beiderseits des Atlantiks haben am Freitag die europäischen Aktien auf Talfahrt geschickt. Der Dax verbuchte seinen größten Tagesverlust seit gut einem halben Jahr. Er rutschte um 3,4 Prozent auf 6050 Punkte ab. Zwischenzeitlich lag das Minus bei mehr als vier Prozent. Der Euro-Stoxx 50 notierte zeitweise so niedrig wie zuletzt im September 2011. Der M-Dax büßte 2,7 Prozent ein auf 9870 Punkte, der Tec-Dax verlor 2,7 Prozent auf 730 Zähler. Der Euro-Kurs sackte zeitweise auf ein Zwei-Jahres-Tief bei 1,2286 Dollar ab.

Die enttäuschenden Daten träfen die Märkte zu einem kritischen Zeitpunkt, da viele Anleger wegen der Schuldenkrise verunsichert seien, sagte Rick Meckler, Chef von LibertyView Capital Management. Alles deute auf eine weltweite Konjunkturabkühlung hin. „Die Zeit ist offenbar reif für neue staatliche Maßnahmen in den USA, Europa und China.“ Außerhalb der US-Landwirtschaft wurden im Mai 69 000 neue Stellen geschaffen. Analysten hatten im Schnitt mit einem Plus von 150 000 gerechnet. Am Donnerstag waren bereits die Daten der privaten Arbeitsagentur ADP hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Vor diesem Hintergrund sah Aktienhändlerin Anita Paluch von Gekko Global Markets die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Lockerung der US-Geldpolitik (QE3) steigen.

In Europa waren die Konjunkturaussichten kaum besser als in den USA. Der Einkaufsmanager-Index fiel den Angaben des Datenanbieters Markit zufolge im Mai auf 45,1 Punkte und damit den tiefsten Stand seit drei Jahren. Besonders schlecht ist die Lage in Spanien, das Griechenland als Schlusslicht abgelöst hat. Auch in Deutschland, Frankreich und Italien liefen die Geschäfte schlechter. „In allen vier Schwergewichtsländern der Eurozone geht es mittlerweile in besorgniserregendem Tempo bergab“, sagte Markit-Volkswirt Chris Williamson.

Als einziger Dax-Wert hielt sich MAN im Plus. Die Aktien des Nutzfahrzeugherstellers legten 2,2 Prozent zu. Händlern zufolge schürten Berichte über einen Umbau des VW-Vorstandes Gerüchte über eine Aufstockung der Anteile von VW an MAN.

Die Papiere von Rhön-Klinikum stiegen nach dem Einstieg eines Investors um 0,3 Prozent. Der US-Hedgefonds-Investor John Paulson hatte sich im Übernahmekampf um den privaten Klinikbetreiber positioniert und hielt zuletzt 3,65 Prozent der Stimmrechte.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere erstmals unter ein Prozent. Sie sank von 1,02 Prozent am Vortag auf 0,92 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg deutlich um 0,37 Prozent auf 135,30 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,51 Prozent auf 146,66 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2322 (Donnerstag: 1,2403) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8116 (0,8063) Euro. Tsp

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