So war der Tag : Dax dreht ins Minus

Wie zuletzt häufiger hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag seine anfänglichen Verluste zunächst abgeschüttelt. Am Ende dominierten aber die Verkäufer den Markt: Der Dax schloss am Abend 0,8 Prozent niedriger als am Mittwoch bei 6343 Punkten. Auch die Nebenwerte gaben nach. Der M-Dax fiel um 0,3 Prozent auf 10 372 Punkte vor. Der Tec-Dax verlor leicht auf 747 Punkte.

Nachdem Maßnahmen der US-Notenbank Fed zur Stützung der Konjunktur und schwache Daten aus China zunächst negativ aufgenommen worden waren, setzte sich allmählich eine positivere Einschätzung durch. Daran änderten auch die etwas höher als erwartet ausgefallenen wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe nichts. Anleger hatten ihre anfängliche Enttäuschung über das vorläufige Ausbleiben einer weiteren Lockerung der US-Geldpolitik (QE3) überwunden. In der Überzeugung, dass ein solcher Schritt der US-Notenbank Fed unausweichlich sei, griffen sie vorübergehend bei europäischen Aktien zu. „QE3 kommt“, prognostizierte Anlagestratege Daniel McCormack von der Macquarie Bank. „Es ist nur eine Frage der Zeit. Die Fed reißt sich ein Bein aus, um die Wirtschaft und die Märkte zu stützen.“

Die US-Notenbank hatte am Vorabend lediglich angekündigt, die „Operation Twist“ zu verlängern, bei der sie Anleihen mit kürzerer Laufzeit in länger laufende Papiere umschichtet. Dafür will sie 267 Milliarden Dollar ausgeben. Fed-Chef Ben Bernanke hatte sich aber eine Tür für zusätzliche Maßnahmen offen gelassen.

Die Thyssen-Krupp-Titel schafften nach anfänglichen Verlusten ein Plus von zuletzt 0,9 Prozent. Laut einem Bericht gibt es mit den beiden größten chinesischen Stahlkonzernen Hebei und Baosteel weitere Interessenten für ein Stahlwerk in Brasilien, was sich Händlern zufolge positiv auf die Aktien auswirkte. Schwächster Dax-Wert war Volkswagen mit einem Minus von 3,1 Prozent.

Im M-Dax verloren die Aktien des Spezialchemiekonzerns Wacker Chemie nach einem kurzen Ausflug in die Gewinnzone 2,4 Prozent. Der Grund: negative Nachrichten zum Polysilizium-Geschäft. Die Titel des Anlagen- und Maschinenbauers Dürr zogen nach einer Erhöhung der Unternehmensprognosen zunächst an, drehten dann aber mit 1,3 Prozent ins Minus. Bei den Technologiewerten im Tec-Dax schafften es SMA Solar mit 0,5 Prozent ins Plus. Laut „Handelsblatt“ will Power One aus den USA dem deutschen Weltmarktführer Marktanteile abjagen.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,30 Prozent (Vortag: 1,28 Prozent). Der Rentenindex Rex sank um 0,18 Prozent auf 132,57 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,51 Prozent auf 141,07 Punkte. Der Kurs des Euro sank. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2670 (Mittwoch: 1,2704) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7893 (0,7872) Euro. Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar