So war der Tag : Dax im Bann des Gipfels

Erleichterung ja, Euphorie nein: Die Beschlüsse des EU- Gipfels zur Bewältigung der Euro-Schuldenkrise haben die Anleger am Freitag milde gestimmt. Nach deutlichen Vortagesverlusten legten die Aktienmärkte in Europa und den USA am Freitag zu. „Die Ergebnisse sind keine Enttäuschung, aber sie reichen auch noch nicht aus, um Ruhe in den Markt zu bringen“, sagte Analyst Heino Ruland von Ruland Research. Viele Marktteilnehmer hatten sich im Kampf gegen die Krise vor allem eine stärkere Rolle der Europäischen Zentralbank (EZB) gewünscht.

Der Dax schloss 1,9 Prozent fester bei 5986 Punkten. Auf Wochensicht verlor er allerdings 1,5 Prozent. Der M-Dax der mittleren Werte legte zum Wochenende 1,2 Prozent auf 8768 Punkte zu, der Tec-Dax gewann 0,6 Prozent auf 679 Punkte.

In New York sorgte auch die überraschend gute Laune der US-Konsumenten im Dezember für gute Stimmung. Das von Thomson Reuters und der Universität Michigan ermittelte Barometer kletterte im Dezember auf den höchsten Stand seit einem halben Jahr – es legte um 3,6 auf 67,7 Punkte zu.

Auf dem deutschen Markt kletterten Aktien der Deutschen Bank nach anfänglichen Verlusten mit plus 4,7 Prozent an die Dax-Spitze. Die Börsianer waren erleichtert, dass es beim Bankenstresstest keine neuen Hiobsbotschaften gegeben hatte. Der Belastungstest für die Branche sei wie erwartet ausgefallen, hieß es. Commerzbank-Titel gingen mit plus 3,7 Prozent aus dem Handel. Auch Versicherer zählten europaweit zu den Gewinnern, was Händler mit leichter Entspannung an den Rentenmärkten der Eurozone begründeten. Ans Dax-Ende rutschten hingegen die Titel von K+S mit einem Minus von 2,7 Prozent. Die US-Investmentbank Morgan Stanley hatte das Kursziel in Erwartung niedrigerer Kali-Volumina und geringerer Gewinne aus dem Salzgeschäft reduziert.

Der auf Tierfutter spezialisierte Internet- Händler Zooplus hat sich über eine Kapitalerhöhung knapp 20 Millionen Euro an frischem Kapital besorgt. Der Emissionserlös aus dem Verkauf von gut 469 000 neuen Aktien betrage brutto 19,7 Millionen Euro, teilte das Unternehmen mit. Die Aktie fiel um ein Prozent.

Der chinesische Schuhhersteller Ultrasonic hat bei seinem Debüt auf dem Frankfurter Börsenparkett Kursverluste verbucht. Die Papiere schlossen bei 8,285 Euro und damit unter dem Ausgabepreis von neun Euro. Ultrasonic hatte 700 000 Aktien platziert und damit 6,3 Millionen Euro eingenommen.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,68 (Vortag: 1,71) Prozent. Der Rentenindex Rex blieb bei 130,26 Punkten. Der Bund Future fiel um 1,04 Prozent auf 135,40 Punkte. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3384 (1,3410) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7472 (0,7457) Euro. Tsp

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