So war der Tag : Dax kommt nicht vom Fleck

Der Dax ist am Dienstag angesichts enttäuschender Konjunkturdaten nicht vom Fleck gekommen. Der deutsche Leitindex schloss 0,3 Prozent im Plus bei 5877 Punkten. Der M-Dax der mittelgroßen Werte stieg derweil um ein Prozent auf 8973 Punkte, der Tec-Dax büßte 0,5 Prozent auf 677 Punkte ein.

Die ZEW-Konjunkturerwartungen hatten sich im Oktober stärker eingetrübt als erwartet. Zudem hatte sich in China das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal abgeschwächt. Das Bruttoinlandsprodukt war dort um 9,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen, das war das niedrigste Wachstum seit 2009. Dieser Wert sei jedoch immer noch recht hoch und biete deutschen Exporteuren weiterhin gute Chancen in dem riesigen Land, sagte Experte Robert Halver von der Baader Bank. Für neue Unruhe sorgte laut Händlern, dass Moody’s den stabilen Ausblick für die Bonitätsnote Frankreichs in den kommenden drei Monaten erneut auf den Prüfstand stellt. Ferner verkauften europäische Banken zunehmend in US-Dollar notierende Vermögenswerte und investierten das Geld stattdessen in europäischen Aktien, um das Währungsrisiko zu reduzieren.

Gemieden wurden am Dienstag allerdings einige konjunktursensible Stahl- und Automobilwerte. Daimler-Aktien fielen um 0,1 Prozent. Börsianer verwiesen darauf, dass der langjährige Mercedes-Chef in den USA Hals über Kopf geht. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, dass Ernst Lieb mit sofortiger Wirkung freigestellt werde. Zu den Gründen wollte sich Daimler auf Nachfrage nicht äußern. Die Vorzugsaktien von Volkswagen stiegen dagegen als einer der besten Dax-Werte um 1,7 Prozent. In diesem Fall stützte die Nachricht, dass Deutschland im September der einzige große Markt in Europa gewesen war, der eine steigende Nachfrage hatte verbuchen können. Die Papiere des Düngemittelspezialisten K+S trotzten dem negativen Trend am Gesamtmarkt. Die Aktie gewann 2,1 Prozent und war damit ebenfalls einer der stärksten Dax-Werte. Das Brokerhaus Equinet wies auf ein günstiges Marktumfeld für Kaliproduzenten hin. So seien nach den jüngsten Daten die Kalilagerbestände in Nordamerika gesunken, der Trend bei den Auslieferungen etwa nach Indien zeige nach oben. Zudem laufe die Pflanzungssaison in Brasilien gut.

Im Index mittelgroßer Werte verbilligten sich Rheinmetall-Aktien um 0,6 Prozent. Dies führten Händler auf Medienberichte zurück, wonach das Bundesverteidigungsministerium weniger Puma-Schützenpanzer bestellt als bislang geplant.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,80 (Montag: 1,97) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,98 Prozent auf 129,91 Punkte. Der Bund Future gewann 0,58 Prozent auf 135,40 Punkte. Der Euro gab nach. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3676 (1,3776) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7312 (0,7259) Euro. Tsp

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