So war der Tag : Dax kommt spät in Schwung

Die Anleger in Europa haben sich am amerikanischen Erntedankfest kaum an die Aktienmärkte getraut. Bei geringen Umsätzen pendelte der Dax am Donnerstag meist um seinen Vortagesschluss und lag erst zum Handelsschluss deutlicher im Plus bei 6879 Zählern (plus 0,8 Prozent). „Viele Europäer nutzen die Abwesenheit der amerikanischen Investoren zur Analyse der jüngsten Ereignisse“, sagte ein Händler. Der Dax hielt sich allerdings erneut etwas besser als andere europäische Märkte. Der Euro-Stoxx50 für die Euro-Zone notierte nur 0,3 Prozent höher bei 2765 Punkten.

„In den Hinterköpfen spukt natürlich auch weiter die Schuldenkrise in der Euro-Zone herum“, sagte ein Händler. So lange sich die Lage in Irland nicht geklärt habe und mit Portugal schon das nächste Land am Kapitalmarkt deutlich höhere Zinsen als bislang zahlen muss, dürften viele Anleger auf der Hut bleiben. Portugal hatte am Donnerstag Medienberichte über ein Treffen von Finanzminister Fernando Teixeira dos Santos mit Vertretern der vier führenden Banken des Landes zur wirtschaftlichen Lage zurückgewiesen. Börsianer blieben skeptisch. „In Griechenland und Irland hieß es auch ,Wir brauchen keine Hilfe‘, und dann musste Europa doch helfen“, sagte ein Händler.

Den Dax führten die Aktien von ThyssenKrupp nach einer Analystenempfehlung mit einem Plus von 4,1 Prozent an. „Wir gehen davon aus, dass Thyssen seine Mitbewerber weiter überflügeln wird“, schrieben die Analysten der UBS, die ihr Kursziel um fünf auf 33 Euro erhöhten. Auch die im M-Dax notierten Titel des Stahlhändlers Klöckner & Co. (Klöco) profitierten von einer Analystenstudie und kletterten um 7,4 Prozent. Die Bedenken der Anleger bezüglich der Preis- und Nachfrage-Entwicklung seien überzogen, schrieb Goldman-Sachs-Analyst Kartik Swaminathan. Die ebenfalls im M-Dax enthaltenen Anteilsscheine von Salzgitter stiegen um 3,1 Prozent.

Schlusslicht im Dax waren erneut die Aktien der Deutschen Post mit einem Abschlag von 1,1 Prozent. Die Aktien des Logistikers sind seit Veröffentlichung eines mit Enttäuschung aufgenommenen Ausblicks am Dienstag auf Talfahrt. Die Papiere der Tochter Postbank, die der Bonner Konzern an die Deutsche Bank verkaufen will, gerieten im M-Dax nach Auslaufen des Angebots der Frankfurter für die freien Aktionäre unter Druck. Die Titel fielen um 3,7 Prozent auf 24,03 Euro und lagen damit unter dem Angebotspreis der Deutschen Bank von 25 Euro.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,36 (Mittwoch: 2,26) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,35 Prozent auf 126,53 Punkte. Der Bund Future sank um 0,12 Prozent auf 127,57 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3321 (1,3339) US- Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7507 (0,7497) Euro. Tsp

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