So war der Tag : Dax leidet unter dem Euro

Große Sorgen über die wirtschaftliche Lage in der Euro-Zone haben den deutschen Aktienmarkt am Freitag auf steile Talfahrt geschickt. Dahinter verblassten auch die besser als erwartet ausgefallenen Einzelhandelsumsätze in den USA. Nachdem sich der Dax tags zuvor noch seinem Jahreshochbei 6342 Punkten genähert hatte, ging er schließlich mit einem Minus von 3,1 Prozent auf 6056 Punkte aus dem Handel. Der Nebenwerteindex M-Dax büßte 2,6 Prozent auf 8288 Punkte ein und der Tec-Dax sank um 2,5 Prozent auf 772 Punkte. An den anderen europäischen Aktienmärkten ging es teilweise sogar noch rasanter bergab: Der EuroStoxx 50 schloss mit einem Abschlag von 4,7 Prozent, im Pariser Cac-40-Index ging es ähnlich kräftig abwärts und in London sank der FTSE 100 um 3,1 Prozent. In den USA verloren die wichtigsten Indizes am Abend zwischen 1,7 und 2,7 Prozent.

Händler Stefan Söllner von der Postbank verwies für die vor allem am Nachmittag einsetzenden herben Verluste auf die schwachen US-Börsen und die kräftigen Verluste des Euro. Dieser war am späten Nachmittag unter die Marke von 1,24 Dollar gesunken. „Die Situation ist momentan enorm angespannt. Es herrscht eine hohe Verunsicherung über die Situation in der Eurozone.“ Daher hätten wohl viele Anleger ihre Gewinne mit ins Wochenende genommen. Wenig förderlich waren auch Aussagen des Deutsche-Bank-Chefs Josef Ackermann, der sich in einem Interview skeptisch dazu äußerte, ob Griechenland seine Staatsschulden begleichen könne.

Bemerkbar machte sich die anhaltende Unsicherheit vor allem bei den Aktien des Finanzsektors. Die Titel der Deutschen Bank verloren 4,2 Prozent. Analysten zufolge lasteten die Berichte über ein mögliches US-Ermittlungsverfahren gegen das Institut auf dem Kurs. Für Commerzbank-Titel ging es um 4,1 Prozent abwärts. Die Aktien der Versicherer Allianz und Munich Re büßten zwischen 3,8 und 4,1 Prozent ein und im M-Dax sanken die Papiere der Postbank um 2,6 Prozent. Aktien konjunktursensitiver Unternehmen wie die der Stahlkonzerne Salzgitter und ThyssenKrupp sowie die von Siemens standen dagegen auf den Verkaufslisten und verloren bis zu fünf Prozent. EADS-Titel legtendagegen ungeachtet eines trüben Auftaktquartals 5,1Prozent zu und waren damit die einzigen Gewinner im M-Dax. Der Luftfahrtkonzern hatte im ersten Quartal seinen Umsatz gesteigert, verdiente aber weniger.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,41 (Vortag: 2,47) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,30 Prozent auf 126,54 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,53 Prozent auf 126,53 Punkte. Der Kurs des Euro fiel bis Handelsschluss kräftig auf 1,2414 Dollar: Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,2492 (Donnerstag: 1,2587) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8005 (0,7945) Euro.Tsp

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