So war der Tag : Dax leidet unter US-Zahlen

Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag nach dem US-Arbeitsmarktbericht an Boden verloren. Der Dax schloss mit 1,9 Prozent im Minus bei 6410 Punkten. Zuvor hatte sich der Leitindex – geprägt von der abwartenden Haltung vieler Anleger – über weite Strecken seitwärts im Minus bewegt. Der M-Dax der Nebenwerte verlor 1,5 Prozent auf 10 448 Punkte und der Tec-Dax sank um 1,8 Prozent auf 756 Punkte. Analog zum Dax fiel auch der Euro nach den Daten und notierte zuletzt bei 1,2270 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2377 (Donnerstag: 1,2426) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8080 (0,8048) Euro.

Wie das US-Arbeitsministerium am Nachmittag mitteilte, hat die Arbeitslosenquote im Juni wie erwartet bei 8,2 Prozent stagniert. Im Monatsvergleich kletterte die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft um 80 000 Stellen, während Experten einen Zuwachs von 100 000 Stellen erwartet hatten. Zudem ist es der dritte Monat in Folge mit einem Stellenplus von weniger als 100 000. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen mit plus 0,3 Prozent stärker als erwartet. Volkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg von 0,2 Prozent gerechnet.

Durch die schwachen Daten dürfte die konjunkturelle Zuversicht der Marktteilnehmer – auch in Anbetracht der jüngst nachgebenden Stimmungsindikatoren – weiter nachlassen, schrieb Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. Da auch die Arbeitslosenquote nicht weiter gesunken sei, könnten sich Anleger Hoffnung auf eine neues Anleihekaufprogramm der US-Notenbank Fed machen. Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade kommentierte: „Die Arbeitsmarktzahlen zeigen, dass die bisherigen Maßnahmen der US-Notenbank Fed keine nachhaltige Verbesserung am Arbeitsmarkt gebracht haben.“ Das spiele zwar den Befürwortern weiterer geldpolitischer Maßnahmen (QE3) in die Karten, drossele aber kurzfristig die Aussichten für die US-Konjunktur.

Die Aktien der Autobauer fielen mit überdurchschnittlichen Verlusten auf. Neben einem Absatzeinbruch des französischen Herstellers Peugeot belastete Händlern zufolge eine Abstufung der BMW-Aktie durch die US-Bank Morgan Stanley. Zudem verbuchte der Münchener Autokonzern im Juni ein rückläufiges Absatzwachstum. Gewinnmitnahmen und eine vorsichtige Haltung der Anleger nach der Leitzinssenkung der EZB machten den Sektortiteln zusätzlich zu schaffen. BMW waren einer der schwächsten Dax-Werte mit einem Minus von 4,5 Prozent. Daimler verloren 3,3 und VW 2,7 Prozent.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,13 (Freitag: 1,22) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,26 Prozent auf 134,18 Punkte. Der Bund-Future kletterte um 0,56 Prozent auf 143,87 Punkte. Tsp

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