So war der Tag : Dax nimmt Jahreshoch ins Visier

In der Hoffnung auf baldige Hilfen der Europäischen Zentralbank (EZB) für die kriselnden Euro-Staaten haben Anleger am Dienstag bei Aktien zugegriffen. Der Dax legte bis zum Handelsschluss um 0,8 Prozent auf 7089 Punkte zu. Damit fehlten nur noch gut 100 Zähler bis zum alten Jahreshöchststand. Der M-Dax gewann 0,9 Prozent auf 11 255 Zähler, der Tec-Dax legte um 0,5 Prozent auf 796 Punkte zu. Der Euro-Stoxx 50 stieg ebenfalls um ein Prozent auf 2491 Zähler. Auch an der Wall Street startete der Handel freundlich.

„Bei vielen Investoren heißt es: Raus aus den Anleihen, rein in die Aktien“, sagte ein Händler. Die Zinsen für Staatsanleihen aus Deutschland liegen seit längerem unter dem Niveau der Inflation und teilweise sogar im Minus. Am Dienstag legte die Finanzagentur zum zweiten Mal eine Null-Zins-Anleihe auf. Die Bundesschatzanweisungen sollen an diesem Mittwoch versteigert werden.

Ein stärkeres Engagement der EZB im Kampf gegen die Schuldenkrise wird von Anlegern erwartet, seitdem EZB-Präsident Mario Draghi Ende Juli entsprechende Schritte in Aussicht gestellt hatte. Ian Williams, Aktienstratege des Brokerhauses Peel Hunt, warnte allerdings vor überzogenen Hoffnungen an die Ratssitzung der Notenbanker Anfang September. „EZB-Vertreter werden voraussichtlich weiter die Notwendigkeit konstruktiver Maßnahmen der Regierungen betonen, während sie wiederholen, dass die Einzelheiten jeglicher Intervention erst noch ausgearbeitet werden müssen.“ Auch für die Analysten der Barclays Bank steckt der Teufel im Detail. „Eine begrenzte und mit strengen Auflagen verbundene Hilfe der EZB wird die finanziellen Belastungen, denen die Euro-Peripherie ausgesetzt ist, wohl kaum kurzfristig verringern.“

Getragen von den EZB-Spekulationen setzten die Finanzwerte ihren Erholungskurs fort. Deutsche Bank und Commerzbank zogen um 5,1 und 3,9 Prozent an. Gefragt waren im Dax auch konjunkturabhängige Werte wie Heidelberg-Cement (plus 2,6 Prozent), ThyssenKrupp (plus 2,4 Prozent) oder Infineon (plus 1,7 Prozent). Sie profitierten laut einem Börsianer von der Hoffnung, dass bei einer Überwindung der Schuldenkrise die Wirtschaft wieder in Fahrt kommt. Im Tec-Dax standen Dialog Semiconductor mit plus 3,2 Prozent an der Spitze. Am Montag war der Dialog-Kunde Apple mit einer Börsenkapitalisierung von mehr als 623 Milliarden Dollar zum wertvollsten Konzern aller Zeiten aufgestiegen.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,22 (Montag: 1,24) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,12 Prozent auf 133,91 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,27 Prozent auf 141,52 Punkte nach. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2428 (1,2300) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8046 (0,8130) Euro. Tsp

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