So war der Tag : Dax rutscht unter 6900 Punkte

Neu aufgekeimte Sorgen um ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone haben den Dax am Donnerstag wieder unter die Marke von 6900 Punkten gedrückt. Mit einem Abschlag von 1,6 Prozent bei 6895 Punkten ging der deutsche Leitindex aus dem Handel. Der M-Dax sank um 1,1 Prozent auf 10 944 Punkte und der Tec-Dax fiel um 0,5 Prozent auf 791 Punkte.

Mehrere Händler verwiesen mit Blick auf die Talfahrt des Dax auf Aussagen des slowakisch en Premierministers Fico, der ein 50-prozentiges Risiko für ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone sieht. „Nachdem die jüngsten US-Wirtschaftsdaten nicht schlecht genug waren, um Markt-Interventionen zu rechtfertigen, rechnen immer weniger mit neuen Geldspritzen der US-Notenbank Fed“, sagte ein Händler. „Die Äußerungen von Robert Fico haben daher die Sorgen um die Euro-Zone zurückgebracht, zu Gewinnmitnahmen an den Aktienmärkten geführt und auch den Euro spürbar belastet.“

Autowerte zählten nach skeptischen Analystenstudien zu den größten Verlierern. Allen voran sanken die Daimler-Aktien am Indexende um 5,5 Prozent ab. Die Anteilsscheine von BMW büßten 4,8 Euro ein und die Vorzüge von Volkswagen gaben um vier Prozent nach. Bernstein Research hatte in einer Branchenstudie erneut Sorgen um die Perspektiven der Autobauer im wichtigen chinesischen Markt geweckt. Die Preisentwicklung und auch die Nachfrage seien überraschend schwach. Auch Morgan Stanley sieht Risiken für die Ertragsentwicklung im Automobilsektor und bei den Zulieferern. Die Autobranche war europaweit folglich die schwächste im Branchenindex Stoxx Europe 600 mit minus 4,3 Prozent.

Die Lufthansa-Papiere stemmten sich nach zwei Handelstagen mit Verlusten gegen den Markt und stiegen um 0,5 Prozent. Die Flugbegleiter werden an diesem Freitag ihre Streiks beginnen.

Die Titel von Rhön-Klinikum sackten dagegen am Ende des Index um 5,4 Prozent ab. Händler sprachen von wachsender Unsicherheit, ob, und wenn ja, wann Fresenius ein zweites Angebot für den Klinikbetreiber vorlege. Der Euro-Stoxx 50 schloss mit minus 1,3 Prozent bei 2404 Punkten. Die Leitbörsen in Paris und London gaben ebenfalls nach. Der Dow Jones verlor zum europäischen Handelsschluss 0,7 Prozent und auch die Nasdaq-Indizes gaben nach.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,08 (Vortag: 1,05) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,20 Prozent auf 134,74 Punkte. Der Bund Future gewann 0,37 Prozent auf 144,12 Punkte. Der Kurs des Euro erholte sich bis zum europäischen Aktienmarktschluss wieder leicht und stand bei 1,2506 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2544 (1,2545) Dollar. Der Dollar kostete damit 0,7972 (0,7971) Euro. Tsp

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