So war der Tag : Dax setzt Talfahrt fort

Schwache Konjunkturdaten und die Verunsicherung über Spaniens Bankenprobleme haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstag erneut belastet. Einen Kurseinbruch verhinderten jedoch Hoffnungen auf weitere konjunkturstützende Maßnahmen und eine Lösung der Euro-Krise. Der Dax verlor letztlich 0,2 Prozent auf 5969 Punkte und endete damit den fünften Handelstag in Folge im Minus. Aktien aus der zweiten Reihe und Technologiewerte zeigten sich dagegen überwiegend leicht im Plus. Der M-Dax stieg um 0,2 Prozent auf 9733 Punkte und der Tec-Dax legte um 0,4 Prozent auf 717 Punkte zu.

Zum Handelsstart hatten positive Vorgaben aus Übersee und hoffnungsvolle Signale von der anstehenden Telefonkonferenz der G7-Finanzminister den Markt noch gestützt. Anschließend drückten schwache Konjunkturdaten den Dax aber ins Minus. Die Wirtschaftsstimmung im Euro-Raum war im Mai so schlecht wie seit fast drei Jahren nicht mehr und die Auftragseingänge der deutschen Industrie waren im April deutlicher gesunken, als gedacht. Zudem waren die Anleger Händlern zufolge angesichts der näher rückenden Griechenland-Wahl und des ungewissen Finanzbedarfs spanischer Banken verunsichert.

Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 verzeichnete hingegen nach einer Berg- und Talfahrt ein Plus von 0,4 Prozent. Die Sorgen über eine weltweite Konjunkturdelle verhinderten allerdings eine spürbarere Fortsetzung der am Montag begonnenen Erholung. Am wenigsten gefragt waren Werte aus zyklischen Branchen wie dem Auto- und Chemiesektor. Beliebt waren die Aktien von Öl- und Gasunternehmen sowie von Banken. Deutlicher als der EuroStoxx 50 legte in Paris der Cac 40 zu. In London blieb die Börse auch am Dienstag wegen eines Feiertags geschlossen. Die asiatischen Börsen haben sich am Dienstag von Hoffnungen auf globale Konjunkturmaßnahmen etwas erholt. Der Nikkei 225 rückte zur Schlussglocke in Tokio um 1,1 Prozent auf 8382 Punkte vor. Der breiter gefasste Topix erholte sich mit plus 1,8 Prozent auf 708 Punkte besonders deutlich von seinem tiefsten Stand seit Dezember 1983.

Einer der größten Gewinner im deutschen Tec-Dax waren die Aktien von Centrotherm, die nach einer Kaufempfehlung durch die LBBW um 8,7 Prozent zulegten. „Wir sind vom technologischen Potenzial des Unternehmens weiter überzeugt“, erklärten die Analysten. Centrotherm sei ein potenzieller Übernahmekandidat.

Am Rentenmarkt lag die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf dem Vortagesniveau von 0,94 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,09 Prozent auf 135,08 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,02 Prozent auf 145,87 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2429 (Montag: 1,2437) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8046 (0,8041) Euro. Tsp

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