So war der Tag : Dax tritt auf der Stelle

Mangels Alternativen haben Anleger in Deutschland auch zu Wochenbeginn wieder zu Aktien gegriffen. Im Handelsverlauf verließ sie aber der Mut. Der Dax trat auf der Stelle. Zum Handelsende stand er 0,1 Prozent im Minus bei 7175 Punkten, nachdem er in der abgelaufenen Woche 3,4 Prozent zugelegt hatte. Der Aufwärtstrend im deutschen Leitindex sei ungebrochen, sagte ein Händler. Es fehle immer noch an Alternativen zur Aktie. Die richtungsweisenden Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit rentieren derzeit mit 3,3 Prozent, der im Vorjahr stark gestiegene Goldpreis notiert bei 1430 Dollar pro Feinunze und damit nur leicht über seinem Stand Ende 2010. Unterstützung erhielt der Dax von den US-Börsen, die etwas fester eröffneten.

Die am Donnerstag erwartete Leitzinswende der Europäischen Zentralbank (EZB) stimmte die Anleger nach Einschätzung von Börsianern nicht nervös. „Mit einer Erhöhung um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent sollte die Zinswende sehr moderat ausfallen, das heißt, Geld ist also auch weiterhin sehr günstig zu haben“, sagte ein Händler. Auch Sorgen wie Japans Kampf gegen den Super-Gau oder der Höhenflug beim Ölpreis würden derzeit in den Hintergrund gedrängt. Solange die Situation nicht eskaliere, seien die Anleger am Aktienmarkt nicht aus der Ruhe zu bringen.

Einer der größten Dax-Gewinner war Fresenius Medical Care (FMC). Die Aussicht auf höhere Einnahmen im wichtigen US-Markt trieben die Aktien des Dialyse-Konzerns um 1,2 Prozent in die Höhe. Der Wegfall des ursprünglich geplanten US-Zwangsrabatts zum Ausgleich möglicher Preiserhöhungen steigere den Gewinn 2011 um 45 Millionen Dollar, schrieb Equinet- Analyst Edouard Aubery in einer Studie. Der Zwangsrabatt sollte im Zuge der Umstellung auf eine pauschale Abrechnung von Dialyse- Behandlungen erhoben werden.

Ebenfalls zulegen konnten die Versorger – RWE-Titel gewannen 1,4 Prozent, Eon 0,4 Prozent – nach einem positiven Branchenkommentar. Durch die mögliche Abschaltung mehrerer europäischer Atomkraftwerke könne mit steigenden Strom-Preisen und anziehenden Margen gerechnet werden, erläuterte UBS-Analyst Alberto Gandolfi. Er rechne mit einem Anstieg auf bis zu 75 Euro je Megawattstunde. Dies würde die Gewinne der Strom-Konzerne um 20 Prozent in die Höhe treiben.

BMW-Aktien notierten in der Dax-Verlierergruppe und fielen um 1,3 Prozent. Schwach notierte auch das Siemens-Papier mit einem Minus von 1,2 Prozent.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,14 (Freitag: 3,15) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,20 Prozent auf 121,22 Punkte. Der Bund Future zeigte sich mit plus 0,02 Prozent kaum verändert bei 121,02 Punkten. Der Euro stieg: Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,4240 (1,4141) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7023 (0,7072) Euro. Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben