So war der Tag : Dax trotzt US-Streit

Allen Sorgen um den schwelenden US-Haushaltspoker zum Trotz hat der Dax am Montag nahezu unverändert geschlossen. Nach einem zunächst schwachen Handelsverlauf ging der deutsche Leitindex am Ende mit minus 0,01 Prozent auf 8723 Punkte in den Feierabend. Damit verteidigte das Börsenbarometer die Marke von 8700 Punkten, über der es am vergangenen Freitag erstmals in seiner 25-jährigen Geschichte geschlossen hatte. Der MDax schaffte kurz vor Schluss noch den Dreh in die Gewinnzone und beendete den Montagshandel mit einem Aufschlag von 0,1 Prozent auf 15 252 Punkte. Der TecDax verlor 0,1 Prozent auf 1087,27 Punkte.

„Die Märkte reagieren deutlich weniger, als man annehmen könnte“, sagte Marktanalyst Wolfgang Duwe von der Bremer Landesbank. „Dies kann nur daran liegen, dass die meisten Teilnehmer doch noch von einer kurzfristigen Einigung im US-Haushaltsstreit ausgehen und alles andere für Säbelrasseln halten.“ Börsianer begründeten die anfänglich höheren Verluste am Aktienmarkt auch mit enttäuschenden Konjunkturnachrichten aus China.

Am Dax-Ende fanden sich die Titel von Infineon wieder, die um 1,5 Prozent auf 7,365 Euro nachgaben. Die US-Investmentbank Merrill Lynch hatte die Kaufempfehlung für die Aktien des Halbleiterherstellers gestrichen.

Aktien der Versorger Eon und RWE stachen mit Gewinnen von bis zu 1,3 Prozent hervor. Händler verwiesen auf einen Medienbericht, wonach die beiden Energiekonzerne die anstehenden Koalitionsverhandlungen nutzen wollen, um die milliardenschwere Brennelementesteuer für Atomkraftwerke zu kippen. Das sei gut für die Stimmung der Branche, meinte ein Börsianer. Den Dax führten Papiere der Deutschen Telekom mit einem Aufschlag von knapp eineinhalb Prozent an.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,53 Prozent auf 1,52 Prozent. Der Rentenindex Rex verharrte bei 133,27 Punkten. Der Bund-Future rückte um 0,08 Prozent auf 139,47 Punkte vor. Der Kurs des Euro profitierte vom schwelenden US-Etatstreit und notierte zuletzt bei 1,35793 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,3564 (Freitag: 1,3566) Dollar festgelegt. Der Dollar kostete damit 0,7373 (0,7371) Euro.

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