So war der Tag : Dax unter Druck

Zurückhaltende Aussagen der US-Notenbank Federal Reserve zur Entwicklung der US-Konjunktur haben den Dax am Mittwoch ins Minus gedrückt. Damit scheiterte der Leitindex erneut an der Hürde von 6300 Punkten. Nachdem der Dax am Vormittag bis auf rund 6297 Punkte gestiegen war, setzten Händlern zufolge Gewinnmitnahmen ein. Der Dax schloss ein Prozent tiefer auf 6208 Punkte. Der M-Dax der mittelgroßen Werte sank um 1,4 Prozent auf 8714 Punkte, der Tec-Dax büßte 0,8 Prozent auf 773 Punkte ein.

„Der Kampf um die 6300-Punkte-Marke ist nicht einfach und dauert an“, sagte Marktanalyst Christoph Schmidt vom Vermögensverwalter N.M.F. AG in Frankfurt. Händler Andreas Lipkow von der Wertpapierhandelsbank MWB Fairtrade sprach ebenfalls von einem beständigen Verkaufsdruck in der Region 6300 Punkte. „Diese Tendenz wird uns wohl noch eine Weile erhalten bleiben.“

Erneut stand die Deutsche Bank im Blick der Anleger. Der Kurs sank erwartungsgemäß wegen des beginnenden Bezugsrechtehandels für neue Aktien um 8,4 Prozent. Der Preis für jede neue Aktie liegt bei rund 41 Euro, wodurch dem größten deutschen Kreditinstitut zur Übernahme der Postbank und zur besseren Eigenkapitalausstattung nun 10,2 Milliarden Euro zufließen werden.

Infineon-Titel stiegen dagegen an der Dax-Spitze um 2,7 Prozent. Hier wirken Nachrichten fort, die bereits am Vortag kurz vor Börsenschluss bekannt gegeben wurden: Das boomende Geschäft mit Teilen für Smartphones bescherte dem Chiphersteller ein deutliches Plus, weshalb der Konzern nun zum vierten Mal in Folge die Umsatzprognose für das in gut einer Woche endende Geschäftsjahr hochgeschraubt hatte.

Die Anteilsscheine von Tui gewannen im M-Dax 0,4 Prozent, nachdem der geplante Umbau des Konzerns zu einem reinen Touristikunternehmen vorankommt. „Tui wäre nach der Loslösung von Hapag-Lloyd und deren Rückgabe der staatlichen Milliardenbürgschaft freier, auch für die Aufnahme von frischem Geld am Markt“, sagte ein Händler. Die rote Laterne hielten dagegen im M-Dax die Titel von Continental mit einem Minus von 4,7 Prozent. Händler machten dafür neben Gewinnmitnahmen und charttechnische Gründe verantwortlich, nachdem die Aktie seit Anfang Juni fast 50 Prozent an Wert gewonnen hat.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,05 (Vortag: 2,16) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,35 Prozent auf 127,96 Punkte. Der Bund Future rückte um 0,81 Prozent vor auf 130,70 Punkte. Der Kurs des Euro notierte bei 1,3388 US-Dollar. Pessimistische Aussagen der US-Notenbank zur Zinsentscheidung hatten laut Händlern die Gemeinschaftswährung beflügelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Kurs gegen Mittag auf 1,3364 (1,3120) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7483 (0,7622) Euro. Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar