So war der Tag : Dax unter Druck

Anhaltende Sorgen um die konjunkturelle Entwicklung und die Schuldenkrise in der Eurozone haben den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch belastet. Der Dax fiel bis kurz vor Handelsschluss um 1,2 Prozent auf 5706 Punkte und knüpfte damit an seine Schwäche der vergangenen beiden Handelstage an. Seit seinem Hoch Anfang vergangener Woche hat der Leitindex somit bereits rund sieben Prozent an Wert verloren. Der M-Dax mittelgroßer Werte sank um 1,8 Prozent auf 8428 Punkte, der Tec-Dax gab um 1,3 Prozent auf 663 Punkte nach.

Zunächst wirkte noch die Absage der US-Notenbank Fed an zusätzliche Konjunkturhilfen vom Vorabend negativ nach. Laut Thilo Müller von MB Fund Advisory schürte zusätzlich eine gesenkte Konjunkturprognose des Ifo-Instituts für 2012 Sorgen um die Wirtschaftskraft Deutschlands. Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank verwies auf die anhaltende Unsicherheit wegen der Schuldenkrise: „Die politische Euro-Krise klebt an den Börsen wie Kaugummi am Schuh und lässt sich nicht abstreifen.“ Von einer italienischen Anleihenauktion gingen keine größeren Impulse aus. Bei der ersten Auktion langjähriger Staatsanleihen nach dem richtungweisenden EU-Gipfel musste Italien Zinsen in Rekordhöhe zahlen. Für Anleihen mit fünfjähriger Laufzeit, mit denen Italien drei Milliarden Euro einnahm, mussten Anlegern durchschnittlich 6,47 Prozent Zinsen gezahlt werden. Das ist der höchste Wert seit Einführung des Euro.

Größte Verlierer im Dax waren die Aktien der Autobauer. BMW-Papiere büßten 4,7 Prozent ein, die von Volkswagen verloren 4,4 Prozent. Einen Auslöser für die Abgaben sahen Börsianer vor allem in der Meldung, dass China Importzölle auf einige US-Modelle erheben wolle. Zudem warnte der französische Autobauer PSA Peugeot Citroën vor einem Verlust. Etwas erholt von den herben Kursverlusten der Vortage präsentierten sich Commerzbank-Aktien, die 4,6 Prozent zulegten. Deutsche-Börse-Aktien gewannen als zweitbester Dax-Wert ein Prozent hinzu.

Im M-Dax konnten sich die Aktien von Tui mit einem kräftigen Aufschlag von sechs Prozent gegen das Marktumfeld stemmen. Europas größter Reisekonzern erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz Nordafrika-Krise und Problemen in der Containerschifffahrt überraschend einen Gewinn.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,62 (Dienstag: 1,65) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,14 Prozent auf bei 130,598 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,57 Prozent auf 137,39 Punkte. Der Kurs des Euro litt unter den marktbreiten Sorgen und fiel erstmals seit Mitte Januar wieder unter die Marke von 1,30 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2993 (Dienstag: 1,3181) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7696 (0,7587) Euro. Tsp

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