So war der Tag : Dax verdaut Spanien-Schock

Überwiegend erfreulich ausgefallene Konjunkturdaten aus der weltgrößten Volkswirtschaft USA haben dem deutschen Aktienmarkt am Freitag Auftrieb gegeben. Der Deutsche Aktienindex Dax übersprang in den letzten Minuten die Marke von 6800 Punkten und ging mit plus 0,9 Prozent bei 6801Punkten aus dem Handel. Im Wochenverlauf legte er damit um 0,7 Prozent zu. Am Morgen hatte noch die durch die Ratingagentur Standard & Poor’s abgestufte Kreditwürdigkeit Spaniens für Verluste an den Börsen Europas gesorgt. Der M-Dax stieg – unter anderem dank guter Continental-Ergebnisse – am Freitag um 1,4 Prozent auf 10 910 Punkte. Der Tec-Dax rückte um 0,6 Prozent auf 791 Punkte vor.

Nahezu in ganz Europa legten die Börsen zu. Der EuroStoxx 50 schloss mit plus 0,9 Prozent bei 2344 Punkten, und auch die Indizes in Paris und London verzeichneten Gewinne. In den USA zeigten sich die Börsen zum europäischen Handelsschluss ebenfalls im Plus. Der Leitindex Dow Jones Industrial stieg um 0,23 Prozent. Die Nasdaq-Indizes legten etwas deutlicher zu.

„Alles in allem enttäuscht uns die US-Konjunktur nicht“, sagte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank und verwies insbesondere auf das von der Universität Michigan ermittelte Konsumklima. Der Indikator hatte angezeigt, dass die US-Verbraucher im April zuversichtlicher waren als erwartet. Zudem ist die Berichtssaison laut Halver zufriedenstellend angelaufen. „Zwar flackert immer mal die Eurokrise auf und bringt Unsicherheit in die Märkte, aber ich bin sicher, dass die EZB uns da durchboxen wird“, zeigte sich der Börsenstratege optimistisch.

Im Dax waren die Anteilsscheine von Daimler schwächster Wert nach Zahlen und sanken um 1,37 Prozent. Börsianer zeigten sich zwar leicht positiv überrascht von der Ergebnisseite, allerdings gab es Kritik an der Margenentwicklung und beim Vergleich mit Wettbewerbern wie BMW. Zudem wurde auf das Kursplus von insgesamt acht Prozent an den vergangenen drei Handelstagen verwiesen.

Die BASF-Titel gewannen nach besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen 0,4 Prozent. JPMorgan-Analyst Neil Tyler meinte allerdings, es sei wenig wahrscheinlich, dass sich die starke Geschäftsentwicklung im ersten Quartal im weiteren Jahresverlauf fortsetzen werde. Die Papiere der Munich Re schlossen bei 109,95 Euro und wurden ex Dividende von 6,25 Euro gehandelt.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,36 (Vortag: 1,39) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,19 Prozent auf 132,77 Punkte. Der Bund Future sank um 0,16 Prozent auf 140,70 Punkte. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3229 (Donnerstag: 1,3215) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7559 (0,7567) Euro. Tsp

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