So war der Tag : Der Dax auf Talfahrt

Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch wegen anhaltender Sorgen über die Verschuldung in der Eurozone zum zweiten Mal in Folge Verluste erlitten. Kurz vor Handelsschluss stufte Standard & Poor's dann noch die Kreditwürdigkeit Spaniens herunter, was die Kurse Händlern zufolge weiter ins Minus drückte. Ein positiver Grundton in der Berichtssaison hatte der bedrohlichen Haushaltslage in einigen Ländern der Eurozone wenig entgegenzusetzen. Der Dax fiel um 1,2 Prozent auf 6084 Punkte. Der M-Dax der Nebenwerte gab um 1,5 Prozent auf 8218 Punkte nach. Der techniklastige Tec-Dax verlor 2,6 Prozent auf 799 Punkte. Auch die Börsen in Paris und London gaben nach. In New York notierten die wichtigsten US-Börsenindizes zum Börsenschluss in Europa uneinheitlich.

Der Aktienmarkt litt Börsianern zufolge weiterhin unter der am Vortag bekanntgewordenen Abstufung griechischer Staatsanleihen auf Ramschstatus durch die Ratingagentur Standard & Poor's. „Die alarmierenden Nachrichten aus Griechenland veranlassen nun auch den größten Optimisten, die ,rosa Brille’ abzunehmen“, kommentierte Analyst Patrick Pflüger von IG Markets. Nun sei eine schnelle Lösung der griechischen Refinanzierungsprobleme nötig, um die bislang positive Grundstimmung nicht komplett zu verlieren.

Mit der sich zuspitzenden Lage in den EU-Staaten führten Finanzwerte lange Zeit die Verliererliste im Dax an, setzten sich aber dank positiver Unternehmenszahlen aus den USA etwas von Ihren Tagestiefs ab. Die Aktien der Deutschen Bank waren gar kurz ins Plus gedreht, sanken am Ende aber um 0,7 Prozent. Commerzbank-Titel fielen um 2,4 Prozent. Die Papiere der Allianz büßten zwei Prozent ein, die im M-Dax gelisteten Postbank-Aktien sanken um 1,3 Prozent.

Erfreuliche Zahlen des Pharma- und Chemiekonzerns Merck KGaA gingen im schlechten Umfeld unter, die Titel fielen um 2,2 Prozent. Unter den weiteren berichtenden Unternehmen verloren zum Beispiel die Aktien des Softwareherstellers SAP 2,9 Prozent. Angesichts einer verbesserten Jahresprognose schlugen sich die Papiere des Halbleiterherstellers Infineon mit einem Abschlag von 0,2 Prozent vergleichsweise gut. Eon-Titel profitierten zunächst von der Aussicht auf einen baldigen Verkauf der US-Tochter und standen am Vormittag im Plus. Zum Handelsschluss lagen sie jedoch bei Minus 0,1 Prozent.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,57 (Dienstag: 2,68) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,39 Prozent auf 125,51 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,10 Prozent auf 124,77 Punkte. Der Kurs des Euro gab deutlich nach und notierte zuletzt bei 1,3140 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am frühen Nachmittag noch auf 1,3245 (1,3290) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7550 (0,7524) Euro.Tsp

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