So war der Tag : Der Dax dreht ins Plus

Unerwartet robuste US-Konjunkturdaten haben den Leitindex Dax am Dienstagnachmittag ins Plus gehoben. Zunächst hatten Börsianer noch von wieder steigenden Unsicherheiten um die globale Wirtschaftsentwicklung und Nachwirkungen des Rücktritts von Bundespräsident Horst Köhler gesprochen. „Politische Börsen haben kurze Beine“, sagte Thilo Müller von MB Fund Advisory die Marktlage und verwies auf den ISM Einkaufsmanagerindex, der höher als erwartet ausfiel und den Anlegern am Nachmittag wieder Mut machte. „Der nur leichte Rückgang des ISM-Index lässt kaum auf ein Abschwächen der Wachstumsdynamik in den USA schließen“, sagte Helaba-Analystin Viola Stork. Spekulationen um eine mögliche Abstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs sorgten jedoch für Unruhe.

Der Dax drehte zum Handelsschluss schließlich mit 0,3 Prozent auf 5981 Punkte ins Plus, nachdem er zwischenzeitlich mehr als zwei Prozent eingebüßt hatte. Der M-Dax der Nebenwerte blieb dagegen mit 0,7 Prozent auf 7967 Punkte ebenso im Minus wie der technologielastige Tec-Dax, der letztendlich 0,4 Prozent auf 744 Punkte verlor. Der EuroStoxx 50 lag mit 0,1 Prozent auf 2606 Punkte im Minus. Der CAC 40 in Paris und der FTSE 100 in London gingen ebenfalls mit kleinen Verlusten aus dem Handel. An der Wall Street lag der Dow Jones zuletzt leicht im Plus.

Unter den Verlierern waren die Bankentitel. Händler verwiesen auf Aussagen der Europäischen Zentralbank vom Vorabend, wonach den Instituten der Eurozone bis Ende 2011 weitere Milliarden-Abschreibungen wegen der Finanzkrise drohen. Papiere der Deutschen Bank verloren 0,5 Prozent und Commerzbank-Titel gaben 1,5 Prozent nach. Angesichts einer ansonsten dünnen Nachrichtenlage sorgten außerdem Analystenstudien für Bewegung. So setzten sich SAP-Aktien nach einer Kaufempfehlung des Bankhauses Cheuvreux mit plus 1,8 Prozent an die Dax-Spitze.

Im M-Dax machten Händler eine Hochstufung von Close Brothers Seydler dafür verantwortlich, dass die Papiere von Heidelberger Druck um 4,5 Prozent in die Höhe schnellten.

BP-Aktien brachen in London um 13 Prozent ein. Schon am Vortag waren die Titel in Frankfurt unter Druck geraten, nachdem am Wochenende ein Abdichtungsversuch des Öllecks gescheitert war.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,15 (Vortag: 2,22) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,15 Prozent auf 127,77 Punkte. Der Bund Future verlor 0,12 Prozent auf 128,65 Punkte. Der Kurs des Euro konnte sich im Tagesverlauf von seinem zwischenzeitlichen Tief seit April 2006 erholen und notierte zuletzt bei 1,22685 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am frühen Nachmittag noch auf 1,2155 (1,2307) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8223 (0,8125) Euro. Tsp

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