So war der Tag : Deutsche Bank drückt Dax

Kursverluste bei Bankaktien haben den Dax am Freitag ins Minus gezogen. Der deutsche Leitindex fiel bis zum Handelsschluss um 0,1 Prozent auf 6214 Punkte. Auf Wochensicht stand für den deutschen Leitindex aber noch ein Plus von mehr als 1,3 Prozent zu Buche. Der M-Dax mittelgroßer Werte stieg am Freitag um 0,2 Prozent auf 8677 Punkte. Auch der Tec-Dax gewann 0,4 Prozent auf 769 Punkte. Der EuroStoxx 50 verlor derweil leicht um 0,1 Prozent auf 2780 Punkte.

Die Schwäche der Bankpapiere habe den Dax nach unten gezogen, sagte Händler Udo Becker vom Bankhaus Merck Finck mit Verweis auf Berichte über eine mögliche Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank. Der M-Dax wiederum stünde besser da, weil die Kursentwicklung bei der Postbank den Index gestützt habe. Das führten Händler darauf zurück, dass im Zusammenhang mit den Gerüchten um die Kapitalerhöhung auch spekuliert wurde, dass der deutsche Branchenprimus mit dem erlösten Geld die restlichen Anteile an der Postbank übernehmen wolle.

Aktien der Deutschen Bank rutschten am Ende des Dax um 4,6 Prozent ab. Am Markt wird als möglicher Grund neben Spekulationen um eine Übernahme der restlichen Anteile an der Postbank auch ein erhöhter Eigenkapitalbedarf wegen der sich anbahnenden „Basel-III“-Regeln genannt. Postbank-Titel schnellten derweil um 4,7 Prozent in die Höhe. Im Sog der schwächelnden Aktien der Deutschen Bank fielen auch Commerzbank-Papiere um 2,5 Prozent.

Autowerte waren im Dax dagegen die größten Gewinner. Ein Analyst verwies darauf, dass den Autobauern ein gelungener Start in das zweite Halbjahr geglückt sei. Dies deute sich mit den jüngsten August-Absatzzahlen an, die am Freitag von VW ergänzt worden waren. Händler bewerteten zudem positiv, dass französische Konkurrenten Teile der gewährten Staatshilfen zurückzahlen wollen. VW-Aktien kletterten an der Dax-Spitze um 2,8 Prozent. BMW-Papiere gewannen 1,8 Prozent und Daimler-Titel legten um 1,6 Prozent zu.

Bei den Versorgern machten sich Analystenkommentare bemerkbar. RWE-Aktien fielen nach einer Studie von Barclays Capital um 0,7 Prozent. Nach Meinung der britischen Investmentbank dürften die Strompreise in Deutschland bis 2013 fallen. Davon dürfte RWE mit seiner starken Heimatmarkt-Abhängigkeit stärker getroffen werden als Eon. Dessen Titel gaben entsprechend nur um 0,4 Prozent nach.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,01 (Vortag: 1,98) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte unterdessen um 0,12 Prozent auf 128,52 Punkte. Der Bund Future sank um 0,50 Prozent auf 130,13 Punkte. Der Referenzkurs des Euro legte zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,2725 (1,2715) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7859 (0,7865) Euro.Tsp

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