So war der Tag : Die große Ernüchterung

Wie die Aktienmärkte hat am Montag auch der Euro im Verlauf des Handelstages seine Gewinne wieder abgegeben. Im Zuge der Ernüchterung über den Wahlausgang in Athen rutschte die Gemeinschaftswährung auf 1,2580 Dollar von einem Ein-Monats-Hoch von 1,2747 Dollar am Morgen. „Der Wahlausgang in Griechenland löst nicht wirklich irgendetwas“, erklärte ein Händler in New York. Da zudem die Renditen der zehnjährigen spanischen und italienischen Anleihen ihren Vorwärtsmarsch fortsetzten, steige die Unsicherheit wieder. An den Rentenmärkten kletterte die Rendite der zehnjährigen spanischen Anleihen in der Spitze auf 7,3 Prozent und standen damit so hoch wie noch nie seit Einführung des Euro. Auch italienische Renditen zogen deutlich an.

Hatte der Dax den Wahlsieg der Euro-Befürworter im frühen Handel noch mit einem Sprung auf 6316 Punkte gefeiert, schmolzen die Gewinne bis zum Handelsschluss auf plus 0,3 Prozent und 6248 Punkte. Zeitweise rutschte der Leitindex sogar minimal ins Minus. Für den M-Dax blieb ein Zuwachs von 0,4 Prozent auf 10 089 Punkte, der Tec-Dax verbesserte sich um 0,6 Prozent auf 731 Punkte.

Der Markt gebe ein ähnliches Bild ab wie in der vergangenen Woche, nachdem die Wirkung eines Milliardenkredits für den spanischen Bankensektor ebenfalls schnell verpufft war, sagte Händler Markus Huber von ETX Capital. „Sobald eine Sache abgehakt wird, schwenkt der Fokus sofort auf die nächsten Probleme. So erinnert der Markt daran, dass weiter viele Unsicherheiten bestehen und noch immer keine umfangreiche Lösung für die europäische Finanzkrise gefunden worden ist.“ Das politische Europa wie auch die asiatischen Börsen begrüßten zwar den Wahlsieg der Nea Dimokratia – einige Experten blieben jedoch skeptisch. Zusammen mit der sozialistischen Pasok-Partei würden die Konservativen über eine Mehrheit im Parlament verfügen.

Bei nur wenigen Unternehmensnachrichten gehörten die Papiere von Thyssen-Krupp mit plus 1,8 Prozent zu den Favoriten. Der brasilianische Stahlkonzern CSN will möglicherweise das hochdefizitäre Stahlwerk in Brasilien übernehmen. Auch der Rohstoffkonzern Vale soll Interesse an der Anlage haben. Das Werk in Brasilien hat sich gemeinsam mit einem ebenfalls neu eröffneten Werk in den USA als Milliardengrab erwiesen. Anfangs gesuchte Bankentitel rutschten dagegen ins Minus – allen voran die Commerzbank (minus 4,4 Prozent), gefolgt von der Deutschen Bank (1,1 Prozent).

Am Rentenmarkt brach die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,22 Prozent am Freitag auf 1,14 Prozent ein. Der Rentenindex Rex stieg entsprechend deutlich um 0,26 Prozent auf 133,79 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,61 Prozent auf 142,93 Punkte. Der Kurs des Euro stieg ebenfalls. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2618 (Freitag: 1,2596) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7925 (0,7939) Euro. Tsp

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