So war der Tag : Die Nervosität bleibt

Wegen der Entwicklung in Griechenland wächst nach Meinung von Börsenhändlern die Hoffnung auf eine leichte Erholung am deutschen Aktienmarkt. Der Dax schloss mit 0,7 Prozent im Plus bei 5867 Punkten. Zuvor hatte der Leitindex einen bewegten Handelsverlauf verzeichnet. „Die Einigung in Griechenland auf einen neuen Regierungschef sowie die besser als befürchtete gelaufene Anleiheauktion in Italien haben die Hoffnung auf eine leichte Beruhigung am Markt geschürt“, kommentierte ein Händler von L&S Broker. Am Nachmittag jedoch gab der Dax dann wieder einen Teil seiner Tagesgewinne ab.

Grund dafür war laut Analyst Frank Schneider von Alpha Wertpapierhandel, dass sich Gerüchte um ein Sondertreffen der Europäischen Zentralbank (EZB) an diesen Donnerstag nicht bewahrheiteten. Am Markt war spekuliert worden, dass die EZB eventuell ein groß angelegtes Programm zum Ankauf von Staatsanleihen auf den Weg bringen könnte.

Der M-Dax der mittelgroßen Werte konnte sich nicht mehr im Plus halten und sank um 0,3 Prozent auf 8845 Punkte. Der Tec-Dax fiel um 1,3 Prozent auf 682 Punkte.

An normalen Handelstagen hätte eine ganze Flut von Unternehmenszahlen das Marktgeschehen dominiert. Die sehr angespannte Gemengelage in Europa allerdings überlagert die auf Hochtouren laufende Berichtssaison derzeit. Allein aus dem Dax legten Siemens, RWE, Deutsche Telekom sowie K+S Zahlen vor.

Den Zahlen von Siemens und RWE konnten Börsianer sowohl Positives als auch Negatives abgewinnen. Beide enttäuschten vor allem mit ihrem Gewinn. Den Ausblick bewerteten Händler bei beiden dagegen als beruhigend. Unter dem Strich legten die RWE-Papiere um 2,5 Prozent und die Titel von Siemens um minimale 0,07 Prozent zu. Die Deutsche Telekom jedoch schnitt mit ihrem Geschäftsbericht deutlich besser als erwartet ab: Die Aktien behaupten sich mit einem Plus von 3,7 Prozent in der Dax-Spitzengruppe.

Aus M-Dax und Tec-Dax legten unter anderem EADS, Brenntag und Lanxess Zahlen vor. Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS hatte trotz Sonderbelastungen im dritten Quartal deutlich mehr verdient als von Analysten erwartet worden war. Am Markt wurde das mit einem Kursplus von 4,8 Prozent belohnt.

Der EuroStoxx 50 stieg um 0,25 Prozent auf 2254,92 Punkte. Die Leitindizes in London und Paris aber gaben nach. Der Dow Jones in New York lag zum europäischen Handelsschluss mit fast einem Prozent im Plus.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,55 (Vortag: 1,51) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,44 Prozent auf 131,08 Punkte. Der Bund Future sank um 0,40 Prozent auf 138,25 Punkte. Der Euro gab nach: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3616 (Mittwoch: 1,3633) Dollar fest. Tsp

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