So war der Tag : Die Nervosität regiert

Die Nervosität vieler Anleger vor dem EU-Gipfel hat am Donnerstag für größere Kursverluste am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Der Dax schloss um 2,5 Prozent tiefer auf 5766 Punkten, nachdem er an den beiden vorangegangenen Handelstagen noch ein moderates Plus eingefahren hatte. Für den M-Dax ging es am Donnerstag um 2,6 Prozent auf 8706 Punkte nach unten. Der Tec-Dax büßte wegen Kursgewinnen einiger Schwergewichte lediglich 1,3 Prozent auf 680 Punkte ein.

Auf die Stimmung drückte einem Marktteilnehmer zufolge, dass ein Minigipfel von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, Bundeskanzlerin Angela Merkel und den EU-Spitzen am Mittwoch in Frankfurt offenbar keinen Durchbruch bei der Bewältigung der Schuldenkrise gebracht hat. Händler verwiesen zudem auf Gerüchte über eine erneute Verschiebung des EU-Gipfels. Nach jüngsten bestätigten Berichten soll der Gipfel zwar wie geplant am kommenden Sonntag stattfinden, die angestrebte höhere Schlagkraft des Rettungsfonds EFSF wurde aber ausgeklammert. Am späten Nachmittag drehte ferner die Wall Street ins Minus und beschleunigte damit die Abwärtsbewegung der wichtigsten deutschen Indizes.

Schwach zeigten sich die am Vortag noch allesamt sehr festen Bankenwerte. Die Papiere der Commerzbank verloren 2,9 Prozent. Die Titel der Deutschen Bank sackten als zweitschwächster Wert im Leitindex sogar um 5,5 Prozent ab.

Börsianer verwiesen auf Studien und Berichte zum künftigen Kapitalbedarf der Branche.

Die Aktien der Deutschen Börse verloren 0,9 Prozent, nachdem das Unternehmen überraschend Zahlen zum dritten Quartal vorgelegt hatte. Stärkster Wert im Dax waren die Metro-Titel, die ein Plus von einem Prozent verzeichneten. Zuvor hatte Metro-Chef Eckhard Cordes bekräftigt, dass der Handelskonzern seinen Vorjahresgewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 2,4 Milliarden Euro übertreffen wird.

Im Tec-Dax kletterten Adva Optical Networking nach Zahlen um mehr als neun Prozent und lagen damit an der Spitze. Ein Händler lobte die hohe Marge des Glasfaserkabelspezialisten. Die Solarworld-Aktien kletterten um 0,23 Prozent auf 3,017 Euro. Händler verwiesen auf die Nachricht, dass das Photovoltaikunternehmen nach einer Klage in den USA gegen die Konkurrenz aus China einen solchen Schritt auch auf europäischer Ebene erwägt.

Am deutschen Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,84 (Vortag: 1,88) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,23 Prozent auf 129,09 Punkte. Der Bund Future gewann 0,57 Prozent auf 135,86 Punkte. Für den Euro ging es weiter abwärts. Am Abend wurde er bei 1,3672 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag noch auf 1,3807 (1,3828) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7243 (0,7232) Euro. Tsp

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