So war der Tag : Die Stimmung trübt sich ein

Nach enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten und vor wichtigen Wahlen in Frankreich und Griechenland hat der deutsche Aktienmarkt am Freitag kräftig nachgegeben. „Bei so viel Unsicherheit haben sich viele Anleger lieber aus dem Markt zurückgezogen“, sagte ein Händler. Der Leitindex Dax büßte 1,9 Prozent auf 6561 Punkte ein und verlor damit auf Wochensicht 3,4 Prozent. Der M-Dax gab um 2,4 Prozent auf 10 589 Punkte nach und der Tec-Dax sank um 1,8 Prozent auf 782 Punkte.

In den USA wurden im April mit 115 000 Stellen deutlich weniger Jobs geschaffen als erwartet. Zudem stehen am Wochenende wichtige Wahlentscheidungen an. Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank, sagte: „Der Mai macht seinem Ruf alle Ehre.“ Nach der Zahlenflut vom Vortag war die Agenda zum Wochenabschluss mit Quartalsberichten von Linde, Wacker Chemie und Morphosys deutlich übersichtlicher. Der Industriegase-Spezialist und Anlagenbauer Linde war vor allem dank der weiter großen Nachfrage in Asien und Amerika mit Umsatz- und Gewinnzuwachs ins neue Jahr gestartet. Für die WestLB waren die Ergebnisse zwar solide, mittelfristig sieht sie aber nur noch geringes Potenzial für die Aktie. Das Papier sank um 1,2 Prozent.

Am Dax-Ende lagen die Eon-Papiere, nachdem der Versorger seine Dividende von je einem Euro pro Aktie ausschüttete. Die Papiere der Munich Re waren vor stark erwarteten Zahlen am kommenden Dienstag mit plus 0,4 Prozent stärkster Dax-Wert.

Die Aktien von Wacker Chemie im M-Dax büßten 6,1 Prozent ein und gaben damit ihre kräftigen Vortagesgewinne mehr als ab. Der Halbleiter-Zulieferer und Chemiekonzern war verhalten in das laufende Jahr gestartet und enttäuschte so manchen Anleger. Gagfah dagegen sprangen am Nachmittag an die M-Dax-Spitze und legten um knapp ein Prozent zu, nachdem das Rückkaufangebot für eigene Aktien großen Anklang gefunden hatte und mit 6,70 Euro das obere Ende der Preisspanne erreicht worden war. Gigaset rutschten belastet von einer Schiedsklage durch Evonik um etwas mehr als zehn Prozent ab.

Der EuroStoxx 50 verlor 1,69 Prozent auf 2248,34 Punkte und auch die Leitindizes in Paris und London schlossen sehr schwach. In den USA sank der Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss um etwas mehr als ein Prozent.

Am deutschen Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf dem Vortageswert von 1,31 Prozent. Der Rentenindex Rex blieb bei 133,04 Punkten, während der Bund-Future um 0,23 Prozent auf 142,07 Punkte stieg. Der Euro gab bis zum Abend nach und schwankte um die Marke von 1,31 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3132 (Donnerstag: 1,3123) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7615 (0,7620) Euro. Tsp

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