So war der Tag : Ein Funke Hoffnung

Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch seine Vortagesgewinne ausgebaut. Nach einem schwachen Start drehten die Indizes zeitweise deutlich ins Plus und profitierten laut Händlern von wieder aufkeimenden Hoffnungen, dass Wege aus der Euro-Schuldenkrise gefunden werden. Später drückten Verkäufe den Dax wieder etwas. Er legte bis zum Handelsschluss um 3,4 Prozent auf 5340 Punkte zu, nachdem er am Dienstag um knapp zwei Prozent gestiegen war. Der M-Dax rückte um 3,1 Prozent auf 8659 Punkte vor und der Tec-Dax gewann 2,4 Prozent auf 703 Punkte.

„Die Hoffnung auf eine baldige Unterstützung für die angeschlagene Eurozone lässt die Börsen in ganz Europa steigen“, sagte Händler Andreas Lipkow von der Wertpapierhandelsbank MWB Fairtrade, blieb aber vorsichtig über die Nachhaltigkeit der Kursgewinne. Es gebe Äußerungen von EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso, der sich vor dem EU-Parlament wieder für Eurobonds stark mache, und auch vom Premierminister Brasiliens. „Demnach scheinen die BRICS-Staaten nicht ganz abgeneigt zu sein, ihre Gelder in europäische Assets zu stecken“, sagte Lipkow. Die BRICS-Staaten – Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – wollen bei einem Treffen in der kommenden Woche über einen Kauf von europäischen Bonds reden. Ein Händler bezeichnete die von Barroso wieder ins Gespräch gebrachte Einführung von Euro-Bonds als Hoffnungszeichen. „Wenn Merkel, Sarkozy und Papandreou auch auf den Euro-Bond-Zug aufspringen, dann könnte das zumindest kurzfristig etwas Optimismus in den Markt bringen.“ Die Bundesregierung ist allerdings strikt gegen die Einführung dieser Anleihen.

Dass die Ratingagentur Moody’s die Kreditwürdigkeit der beiden französischen Banken Société Générale und der Credit Agricole abstufte, war zwar erwartet worden, belastete aber dennoch den gesamten europäischen Bankensektor. Deutsche Bankwerte drehten ins Plus. Die Aktien der Commerzbank lagen zum Schluss mit 1,5 Prozent in der Gewinnzone, die der Deutschen Bank gewannen 1,6 Prozent.

Favorit im Dax waren hingegen die Anteilsscheine der Deutschen Börse mit plus sieben Prozent, nachdem sie bereits am Dienstag um knapp fünf Prozent zugelegt hatten. Analysten sind optimistisch, dass der Zusammenschluss mit der NYSE Euronext zur weltgrößten Börse genehmigt werden wird. Zudem gehört die Börse zu den größten Profiteuren der aktuellen Marktturbulenzen.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,59 Prozent (Vortag: 1,52 Prozent). Der Rentenindex Rex fiel um 0,35 Punkte auf 130,64 Punkte. Der Bund Future verlor 0,52 Prozent auf 137,02 Punkte. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3729 (Dienstag: 1,3645) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7284 (0,7329) Euro. Tsp

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