So war der Tag : Eine bittere Pille

Negative Konjunkturdaten aus der Eurozone und den USA haben den Dax am Donnerstag ins Minus gedrückt. Nach einem positiven Handelsauftakt fiel der deutsche Leitindex bis zum Abend um 0,5 Prozent auf 6139 Punkte. Am Mittwoch hatte der Dax bereits unter Gewinnmitnahmen gelitten und rund ein Prozent verloren. Für den M-Dax der mittelgroßen Werte ging es um 0,7 Prozent abwärts auf 8594 Punkte, der Tec-Dax sank um 0,2 Prozent auf 766 Punkte.

Die Ankündigung der US-Notenbank Federal Reserve, der amerikanischen Wirtschaft bei Bedarf mit neuen Geldspritzen wieder auf die Beine helfen zu wollen, schürte nach Aussage von Börsianern zudem Inflationsängste bei den Anlegern. Zu der pessimistischen Stimmung trugen am Nachmittag auch US-Arbeitsmarktdaten bei, denen zufolge sich in der Vorwoche mehr Amerikaner arbeitslos meldeten als angenommen. Der vom Markit-Institut ermittelte Konjunkturindex der Einkaufsmanager für die Euro-Zone ging im September vorläufigen Berechnungen zufolge auf 53,8 Punkte von 56,2 Zählern im Vormonat zurück. Auch der Index für die deutschen Unternehmen fiel niedriger aus als erwartet. „Das ist eine bittere Pille“, sagte Andreas Scheuerle von der Dekabank.

„Sollte sich die Abwärtsbewegung fortsetzen, so wäre mit einem schwächeren zweiten Halbjahr zu rechnen, als wir das derzeit tun.“ Angesichts der allgemeinen Nervosität an den Aktienmärkten griffen Anleger verstärkt zu den als sicher geltenden Bundesanleihen und zu Edelmetallen.

Stahlwerte gerieten in ihren jeweiligen Indizes besonders deutlich unter Druck. Die Aktien von ThyssenKrupp etwa verloren 2,2 Prozent, die von Klöckner & Co sackten am M-Dax-Ende um 3,9 Prozent ab. Salzgitter-Titel folgten mit minus drei Prozent. Händler verwiesen auf negative Kommentare der UBS und von Merrill Lynch, in denen unter anderem die fallenden Stahlpreise thematisiert wurden.

In der kurzen Dax-Gewinnerliste waren die Metro-Aktien mit einem Aufschlag von 2,6 Prozent Spitzenreiter. Börsianer nannten als Grund die Prognose-Anhebung des deutschen Einzelhandelsverbandes HDE, der so optimistisch in die Zukunft blickt wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Die Papiere von Bayer gewannen als einer der wenigen weiteren Werte 1,5 Prozent. Der Chemie- und Pharmakonzern startet die Vermarktung seines Multiple-Sklerose-Mittels Betaferon in China.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,00 (Vortag: 2,05) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,20 Prozent auf 128,21 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,55 Prozent auf 131,47 Punkte. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3323 (Mittwoch: 1,3364) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7506 (0,7483) Euro. Tsp

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