So war der Tag : „Eine emotionale Woche“

Nach der jüngsten Kursrallye haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt wieder einen Gang zurückgeschaltet. Der Dax notierte am Freitag nahezu unverändert bei 7374 Zählern. An den vergangenen beiden Tagen hatte das Ja des griechischen Parlaments zu den Sparplänen der Regierung den Leitindex um fast drei Prozent nach oben getrieben. Im ersten Halbjahr kommt das Börsenbarometer nun auf ein Plus von 6,7 Prozent. „Wir haben zuletzt einen ordentlichen Schluck aus der Pulle genommen, aber jetzt fehlt die Lust, weiter zu kaufen“, erklärte ein Händler. Ein anderer Börsianer sagte, nach der vorläufigen Abwendung der Staatspleite Griechenlands dürfte nun wieder verstärkt die Entwicklung der US-Konjunktur ins Blickfeld rücken. Einige Anleger machten nach der zuletzt starken Entwicklung nun Kasse. Händlerin Anita Paluch von ETX Capital sprach von einer Atempause nach einer „sehr emotionalen“ Woche.

Deutlich im Plus lagen zum Wochenschluss die Banken- und Versicherungswerte, nachdem sich Branchenvertreter mit der Bundesregierung auf eine Beteiligung der Finanzinstitute an Hilfen für Griechenland geeinigt hatten. Commerzbank verteuerten sich als stärkster Dax-Wert um 5,3 Prozent, die Deutsche Bank um 2,8 und die Allianz um 1,3 Prozent. In Zürich gewannen die Titel der UBS 2,4 Prozent. Der als Nachfolger von Deutsche- Bank-Vorstandschef Josef Ackermann gehandelte ehemalige Bundesbankpräsident Axel Weber soll 2013 Präsident der Schweizer Großbank UBS werden. MAN arbeiteten sich in die Dax-Spitzengruppe vor. Nach dem Auslaufen des Pflichtangebots von Volkswagen in dieser Woche legten die Titel in der Spitze um mehr als fünf Prozent auf 96,75 Euro zu und notierten damit deutlich über den 95 Euro, die VW den MAN- Aktionären geboten hatte. Händlern zufolge spekulierten einige Anleger offenbar darauf, dass VW doch noch mehr MAN-Anteilsscheine am Markt zu einem Preis um 95 Euro kaufen werde. Zudem könnte der Preis in den Augen der Investoren den Wert von MAN korrekter wiedergegeben, nachdem die Titel zuletzt schwächer tendiert hatten. Seit Bekanntgabe der VW-Offerte hatten die Titel des Lkw-Bauers 6,2 Prozent nachgegeben. Zum Auslaufen des Pflichtangebots am Dienstagabend verfügte VW über einen Stimmrechtsanteil von rund 33 Prozent an MAN. Die Wolfsburger streben zwischen 35 und 40 Prozent an. Die Aktien von VW notierten 0,3 Prozent fester bei 142,75 Euro.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,82 (Donnerstag: 2,74) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,15 Prozent auf 123,48 Punkte. Der Bund Future gewann 0,17 Prozent auf 125,69 Punkte. Der Euro legte zu: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4488 (1,4453) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6902 (0,6919) Euro. Tsp

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