So war der Tag : Eingepreiste Rettung

Die Einigung im US-Haushaltsstreit hat dem Dax am Donnerstag keine Gewinne mehr gebracht. Der Leitindex schloss mit einem Minus von 0,4 Prozent bei 8811 Punkten. Die Anleger hatten bereits am Mittwoch auf eine Einigung gesetzt und dem Dax zu einem Rekordschlussstand verholfen. Der MDax der mittelgroßen Werte schloss hingegen mit einem Plus von 0,2 Prozent auf 15 479 Punkte und erzielte damit abermals einen Rekord. Der TecDax gab um 0,1 Prozent auf 1097 Punkte nach.

Die wichtigsten Börsenindizes in Europa hatten am Morgen ihre Verluste ausgeweitet, nachdem die chinesische Ratingagentur Dagong die Kreditwürdigkeit der USA gesenkt hatte. Am Nachmittag sorgten dann enttäuschende Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten für zusätzlichen Abwärtsdruck. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren in der vergangenen Woche weniger als erwartet gesunken.

Das US-Fiskaldrama scheine in den Kursen abgehakt, erklärten Marktstrategen. Nun richteten die Anleger ihre Aufmerksamkeit wieder auf die US-Geldpolitik, die Konjunktur und die laufende Berichtssaison. Die Investoren hätten nie wirklich geglaubt, dass die USA zahlungsunfähig werden, erläuterte Marktanalyst Craig Erlam vom britischen Broker Alpari. Gleichzeitig betonte der Experte, dass die nun gefundene Einigung im Grunde keine wirkliche Lösung sei. Der US-Kongress hatte sich nach wochenlangem Streit darauf geeinigt, das Schuldenlimit vorübergehend bis zum 7. Februar anzuheben.

Im Dax sackten Eon-Aktien nach einer Studie der Schweizer Großbank UBS um gut drei Prozent. Die jüngste Kurserholung werde nicht von den Fundamentaldaten unterstützt, schrieb Analyst Patrick Hummel. An der Spitze zeigten sich Lufthansa-Aktien mit einem Plus von 3,1 Prozent.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,56 Prozent am Vortag auf 1,55 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,04 Prozent auf 133,01 Punkte. Der Bund-Future kletterte um 0,23 Prozent auf 139,66 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3662 (Mittwoch: 1,3561) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7320 (0,7374) Euro.

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