So war der Tag : Entspannung

Die Hoffnung auf wirtschaftliche Stimulierungsmaßnahmen Chinas hat den deutschen Aktienmarkt am Freitag beflügelt. Auch eine ungeachtet der Abstufung Italiens erfolgreiche Anleihenauktion des Landes sorgte für gute Stimmung. Der Dax baute seine Gewinne am Nachmittag noch deutlich aus. Börsianer verwiesen übereinstimmend auf Gerüchte, wonach es derzeit erhebliche Umschichtungen von US-Staatsanleihen und börsengehandelten Indexfonds in europäische Aktien gebe.

Zum Handelsende stand der Leitindex 2,1 Prozent höher bei 6557 Punkten – auf Wochensicht schaffte er damit ein Plus von 2,3 Prozent. Für den M-Dax ging es am Freitag um 2,2 Prozent auf 10 621 Punkte hoch, der Tec-Dax gewann 1,6 Prozent auf 751 Punkte.

Dass das chinesische Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal auf das niedrigste Niveau seit drei Jahren gesunken sei, ist laut Analyst Gregor Kuhn von IG Markets keine Überraschung. „Vielmehr scheinen die Märkte erleichtert zu sein, dass die Abschwächung des Wirtschaftswachstums ihre Talsohle zu erreichen scheint. Zudem wächst die Hoffnung, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt nun ihrerseits mit Maßnahmen tätig werden dürfte, um die Konjunktur noch einmal anzukurbeln.“ Eine Herabstufung der Bonität Italiens um gleich zwei Stufen seitens der Ratingagentur Moody’s habe die aktuelle Aufwärtsbewegung ebenso wenig bremsen können wie das von der Universität Michigan ermittelte, überraschend eingetrübte Konsumklima, sagte der Experte weiter.

Nicht alle Bankentitel konnten von gut aufgenommenen Zahlen des US-Branchenvertreters JPMorgan profitieren. Für die Aktien der Deutschen Bank ging es am Dax-Ende um 1,9 Prozent bergab, während Commerzbank-Papiere um 1,1 Prozent zulegten. Börsianer hatten bereits vor den JPMorgan-Zahlen gesagt, die Anleger seien mit Blick auf die Deutsche Bank vorsichtig. Es gebe Sorgen vor einer Ausweitung des Skandals um den Interbanken-Zinssatz Libor. Analystenschätzungen zufolge drohen zahlreichen Instituten teils milliardenschwere Strafen und Schadenersatzforderungen. Einheitlich positiv entwickelten sich die Autowerte. Für BMW-Aktien ging es um 3,5 Prozent hoch, nachdem die HSBC das Ziel für die Titel zwar gesenkt, die Übergewichtungsempfehlung aber bestätigt hatte. Bei Daimler-Titeln reichte es für ein Kursplus von 3,3 Prozent. Die Vorzugsaktien von Volkswagen schlossen nach zwischenzeitlichen Verlusten 2,5 Prozent höher.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,01 (Vortag: 1,04) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,25 Prozent auf 135,20 Punkten. Der Bund-Future verlor 0,13 Prozent auf 144,66 Punkte. Der Euro stieg auf 1,2230 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,2185 (Donnerstag: 1,2178) Dollar festgesetzt. Der Dollar damit 0,8207 (0,8212) Euro gekostet. Tsp

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