So war der Tag : Enttäuscht und verunsichert

Neue Woche, alte Sorgen. Die Zukunft von Griechenland steht auch nach dem Treffen der EU-Finanzminister in den Sternen. Angesichts dieser Unsicherheit beendete der Dax seinen Erholungskurs der vergangenen Woche und ging mit einem Minus von 2,8 Prozent mit 5415 Punkten aus dem Handel. Zwischenzeitlich war er sogar bis auf 5362 Punkte gesunken, konnte dann aber zumindest einen Teil der Verluste wieder wettmachen. Die vergangene Woche hatte der Leitindex noch mit einem Plus von mehr als sieben Prozent - dem größten Wochenplus seit Mitte Juli 2009 - beendet. Der M-Dax verlor am Montag 2,1 Prozent auf 8720 Punkte, der Tec-Dax büßte 2,4 Prozent auf 689 Punkte ein. Für den Eurostoxx 50 ging es um 2,6 Prozent auf 2096 Punkte nach unten, auch die Leitindizes in Paris und London gingen mit Verlusten aus dem Handel.

Der Markt sei enttäuscht, dass bei dem Finanzministertreffen am Wochenende keine Lösung gefunden worden sei, sagte Aktienhändler Markus Huber von ETX Capital. Vielmehr sei die Unsicherheit noch gestiegen, ob die Hilfsgelder an Griechenland ausgezahlt würden oder nicht. Marktbeobachterin Anita Paluch von Gekko Global Markets beurteilte die Lage ähnlich. Eine Auszahlung dringend benötigter Hilfsgelder stehe weiterhin auf der Kippe. „Die Sparmaßnahmen haben die Schuldenkrise bislang nicht eindämmen können, und es ist unwahrscheinlich, dass Griechenland das Ziel für das Defizit in diesem Jahr erfüllen kann.“ Deutlich unter Druck gerieten angesichts dieser Lage europaweit die Finanzwerte. Entsprechend zählten die Titel deutscher Banken und Versicherungen zu den schwächsten Werten im Dax. Die Titel der Deutschen Bank schlossen mit einem Minus von 4,5 Prozent, die der Commerzbank büßten 4,1 Prozent ein. Allianz-Aktien verloren sogar mehr als fünf Prozent.

Auch der Autosektor zeigte sich europaweit größtenteils sehr schwach, die Vorzugsaktien von Volkswagen etwa verbilligten sich am Dax-Ende um 5,4 Prozent. Ein negativer Analystenkommentar der Credit Suisse schickte die Kurse von Stahlwerten in den Keller. ThyssenKrupp verbilligten sich um vier Prozent, im M-Dax zählten Klöckner & Co mit einem Minus von rund siebeneinhalb Prozent zu den schwächsten Werten.

Im Tec-Dax rutschten die Aktien von SMA Solar um 12,3 Prozent ab. Der Solartechnik-Hersteller hatte wegen der anhaltenden Absatzschwäche seine Gewinn- und Umsatzprognosen für dieses Jahr gesenkt.

Am deutschen Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,60 (Freitag: 1,73) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,81 Prozent auf 130,51 Punkte. Der Bund Future gewann 0,57 Prozent auf 137,43 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3641 (1,3760) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7331 (0,7267) Euro. Tsp

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