So war der Tag : Enttäuschte Anleger

Enttäuschende Konjunkturdaten haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstag nach dem langen Osterwochenende tief ins Minus gedrückt. Der Dax beschleunigte am Nachmittag seine Talfahrt und verlor bis Handelsschluss 2,5 Prozent auf 6606 Punkte. Damit setzte das Leitbarometer seinen seit Anfang April eingeschlagenen Abwärtstrend fort. Für den M-Dax ging es am Dienstag um 2,5 Prozent auf 10 332 Punkte bergab, der Tec-Dax verlor 2,3 Prozent auf 763 Punkte.

Angesichts der Sorgen über die Weltwirtschaft bleibe die Erholung an den Aktienmärkten aus, hieß es von Börsianern. Zu dem schwachen US-Arbeitsmarktbericht vom Karfreitag kämen als Belastungsfaktoren die wieder stärker in den Vordergrund rückende Schuldenkrise in Europa sowie enttäuschende Wirtschaftsdaten aus China hinzu. Experten werteten das schwache chinesische Importwachstum als Beleg für die zusehends schwächere Binnenkonjunktur. Die Analysten des Bankhauses Metzler vermuten hinter den Kursverlusten der vergangenen Handelstage die Tatsache, dass der Geldhahn weder in der Euro- Zone noch in den USA weiter aufgedreht wird. „Diese Spaßbremse schlug den Marktteilnehmern aufs Gemüt“, meinten die Analysten.

Bankentitel wie die Aktien der Commerzbank und der Deutschen Bank gehörten mit Abschlägen von 5,9 respektive 4,2 Prozent zu den größten Verlierern. Die konjunktursensiblen und zuletzt gut gelaufenen Aktien von Fahrzeugherstellern gaben ebenfalls überdurchschnittlich nach. Daimler-Papiere verloren als zweitschwächster Dax- Wert 4,8 Prozent. Für VW-Titel ging es trotz eines Rekordquartals für die Tochter Audi um drei Prozent nach unten. Die zyklischen Infineon-Aktien büßten 4,5 Prozent ein. Im M-Dax waren die Titel der Aareal Bank mit minus 5,8 Prozent das Schlusslicht.

Beim Windkraftanlagen-Hersteller Nordex sorgte ein Auftrag aus China zwischenzeitlich für deutliche Kursaufschläge – zum Handelsende standen die Tec-Dax-Titel aber 1,5 Prozent im Minus. Analystin Katharina Cholewa von der WestLB sagte: „Es ist gut, dass Nordex in China wieder einen Auftrag erhalten hat, auch wenn es nur ein mittelgroßer ist. Allerdings dürfte das Unternehmen in diesem Jahr in China weiterhin nicht profitabel sein.“ Die Papiere der Software AG sackten um 5,6 Prozent ab, unter anderem auch, weil die Analysten von JP Morgan ihre Gewinnschätzungen und das Kursziel gesenkt hatten.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,43 Prozent (Donnerstag: 1,48) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,11 Prozent auf 132,10 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,70 Prozent auf 140,31 Punkte zu. Der Euro-Kurs sank zuletzt wieder, nachdem die Europäische Zentralbank den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,3114 (Donnerstag: 1,3068) Dollar festgesetzt hatte. Der Dollar kostete damit 0,7625 (0,7652) Euro. Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar