So war der Tag : Erdbeben erschüttert den Dax

Das zweite schwere Erdbeben in Japan hat am Donnerstag die Schlusskurse am deutschen Aktienmarkt belastet. Eine erwartete Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) blieb dagegen ohne größere Auswirkungen. Der Leitindex Dax ging am Ende 0,5 Prozent tiefer bei 7178 Punkten aus dem Handel. Vor der Meldung aus Japan hatte er noch leicht im Plus gelegen. Der M-Dax der mittelgroßen Werte gab am Ende noch deutlicher um 0,84 Prozent auf 10 488 Punkte nach. Auch der Tec-Dax verlor 0,8 Prozent auf 937 Punkte.

Das Erdbeben der Stärke 7,4 erschütterte die Unglücksregion im Nordosten Japans, anschließend wurde eine Tsunami-Warnung herausgegeben, die später aber wieder aufgehoben wurde. „Die Meldung hat einen klar negativen Einfluss auf den Markt gehabt“, sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research im Hinblick darauf, dass die Katastrophe in Japan zuletzt wieder etwas in den Hintergrund gerückt war. Dass die EZB den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent angehoben hatte, hatte der Markt nach Meinung des Experte hingegen bereits eingepreist.

Schlusslicht im Dax waren die Titel der Commerzbank, die um knapp fünf Prozent absackten. Mehrere Analysten hatten sich kritisch zu der am Vortag angekündigten Kapitalerhöhung geäußert. Die Ratingagentur Standard & Poor's sieht zwar vorerst keine Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit der Bank, beurteilt den Ausblick für das Rating jedoch weiterhin negativ. Nach einer Herabstufung durch die US-Bank Morgan Stanley zählten auch die BMW-Titel mit einem Minus von 2,8 Prozent Euro zu den größten Verlierern.

Die Titel der Deutschen Börse knüpften dagegen an ihre am Vortag begonnene Erholung an und legten 1,6 Prozent zu. Wie die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX aus Kreisen erfuhr, ist eine Nachbesserung der Übernahmeofferte für die New Yorker Börse NYSE Euronext offenbar kein Thema.

Im M-Dax brachen die Aktien von Hochtief am Indexende um 7,9 Prozent ein. Der Essener Baukonzern hatte seine Gewinnprognose für das laufende Jahr zurückgenommen. Grund hierfür sind bilanztechnische Unklarheiten bei der australischen Tochter Leighton. Es sei eine „signifikante Beeinträchtigung der Hochtief-Prognose“ zu erwarten, hieß es. Die Titel von Gerresheimer hingegen verbuchten ein Plus von 0,7 Prozent. Der Hersteller von Spezialverpackungen und Medizintechnik hatte nach einem guten Start ins neue Geschäftsjahr seine Umsatzprognose erhöht.

Am Rentenmarkt kletterte die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,20 (Mittwoch: 3,15) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,11 Prozent auf 120,91 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,09 Prozent auf 120,73 Punkte. Der Kurs des Euro sank. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,4283 (1,4300) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7001 (0,6993) Euro. Tsp

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