So war der Tag : Erdbeben erschüttert die Börse

Das verheerende Erdbeben in Japan hat die bereits getrübte Anlegerstimmung am Freitag zusätzlich verdüstert. Seit einiger Zeit sorgen die Unruhen im arabischen Raum und die Furcht vor einer Verschärfung der europäischen Schuldenkrise für Nervosität an den Finanzmärkten. Unter Verkaufsdruck gerieten nun vor allem die Versicherer, die unmittelbar von den Verwüstungen in Japan betroffen sind.

Der Dax fiel bis zum Handelsschluss um 1,2 Prozent auf ein Zwei-Monats-Tief von 6981 Punkten. Im Gegenzug kletterte der Volatilitätsindex V-Dax, der die Schwankungsbreite am Terminmarkt und damit die Nervosität der Anleger misst, zeitweise auf ein Drei-Monats- Hoch. Der M-Dax der wichtigsten Nebenwerte verlor zuletzt 1,4 Prozent auf 10 011 Zähler, der Tec-Dax gab 1,1 Prozent auf 869 Zähler ab.

„Der Verkaufsdruck wird sich in der kommenden Woche voraussichtlich fortsetzen“, sagte Roelof-Jan van den Akker, Analyst bei ING Commercial Banking. Er halte einen deutlichen Kursrückschlag für möglich. „Längerfristig betrachten wir diese kurzfristige Schwäche aber als Einstiegsgelegenheit“, betonte er.

Das Japan-Beben schickte vor allem die Rückversicherer auf Talfahrt: Münchener Rück, Hannover Rück und Swiss Re brachen um jeweils etwa vier bis fünf Prozent ein. JP Morgan-Analyst Michael Huttner taxierte die Belastungen für die Branche auf „überschaubare“ ein bis zwei Milliarden Euro. Versicherer wie Allianz, Axa oder Generali gaben ebenfalls nach. Im Dax brachen K+S-Aktien zeitweise um mehr als neun Prozent ein. Der Chemiekonzern BASF verkaufte seine restlichen Anteile an der ehemaligen Düngemittel- Tochter für 50 Euro je K+S-Aktie. Zuletzt notierte das Papier bei 51,67 Euro (minus 4,7 Prozent).

Gespannt warteten Anleger auf Signale, wie die Staats- und Regierungschefs der Euro- Zone der Schuldenkrise Herr werden wollen. EU- Kreisen zufolge könnte Griechenland aufgefordert werden, dem Beispiel Portugals zu folgen und seinen Sparkurs zu verschärfen. Die Bemühungen Portugals ließen die Finanzmärkte aber unbeeindruckt.

Mit Erleichterung reagierten Investoren darauf, dass es in Saudi-Arabien angesichts massiver Polizei-Präsenz keine größeren Protestkundgebungen gab. Der Preis für ein Barrel der Nordsee-Ölsorte Brent, der vor allem von der Furcht der Anleger vor einem Übergreifen der Unruhen auf den weltweit wichtigsten Rohöl- Lieferanten in die Höhe getrieben wurde, fiel um mehr als zwei Prozent auf 112,80 Dollar.

Am deutschen Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,91 (Donnerstag: 2,98) Prozent. Der Rentenindex Rex legte um 0,26 Prozent auf 122,17 Punkte zu. Der Bund Future gewann 0,23 Prozent auf 122,31 Punkte. Der Euro fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3773 (1,3817) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7261 (0,7238) Euro. Tsp

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