So war der Tag : Ernüchterung aus Übersee

Die Sorgen über eine mögliche Drosselung der ultralockeren US-Geldpolitik und chinesische Konjunkturdaten haben den Dax am Donnerstag tief ins Minus gedrückt. Der Dax schloss 3,3 Prozent tiefer bei 7928 Punkten, was den niedrigsten Stand seit Ende April bedeutet. Der M-Dax büßte 2,4 Prozent auf 13 776 Punkte ein und der Tec-Dax fiel um 2,6 Prozent auf 934 Punkte.

In den USA stieg der Phily-Fed-Index, der das Geschäftsklima in der Region Philadelphia misst, auf ein Zweijahreshoch. Die Verkäufe bestehender Häuser legten deutlich stärker zu als erwartet und erreichten den höchsten Stand November 2009. Dagegen stieg der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren nur geringfügig, und für die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ging es überraschend deutlich nach oben.

Insgesamt dürften die Zahlen dem Plan der US-Notenbank Fed, ihre lockere Geldpolitik zum Jahresende zu straffen, nicht entgegenstehen, schrieb Experte Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Im Dax standen die Siemens-Papiere nach einem positiven Analystenkommentar mit minus 1,6 Prozent vergleichsweise gut da. Zu den schwächsten Werten im deutschen Leitindex gehörten die Aktien der Autobauer Daimler, Volkswagen und BMW, die um vier bis fünf Prozent absackten.

Die Celesio-Papiere büßten 5,1 Prozent ein, was einen der hinteren Plätze im M-Dax bedeutete. Analysten waren sich uneins über die erneuten Übernahmegerüchte, die am Vortag noch zu einem Kurssprung von über elf Prozent gesorgt hatten. Laut Volker Braun von der Commerzbank bleibt abzuwarten, ob es bei den Gesprächen zwischen dem Pharmagroßhändler und der US-Drogeriekette nur um eine transatlantische Zusammenarbeit gehe oder ob mehr dahinter stecke. Der Euro-Stoxx 50 als Leitindex der Euro-Zone schloss 3,6 Prozent tiefer bei 2586 Punkten.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,26 Prozent am Vortag auf 1,35 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,43 Prozent auf 133,31 Punkte. Der Bund Future sank um 0,19 Prozent auf 142,13 Punkte. Der Euro sank auf 1,3202 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3200 (Mittwoch: 1,3406) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7576 (0,7459) Euro gekostet. Tsp

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