So war der Tag : Ernüchterung schmälert Gewinn

ENach dem Kursfeuerwerk zu Beginn der Woche hat der Dax am Dienstag erneut zugelegt. Händler begründeten dies mit positiven Nachrichten aus den USA. Eine nüchterne Betrachtung des Rettungsschirms für die schwächelnden Länder der Eurozone allerdings verhinderte größere Gewinne. So rückte der Leitindex am Ende um 0,3 Prozent auf 6037 Punkte vor. Der M-Dax legte um minimale 0,1 Prozent auf 8173 Punkte zu und der Tec-Dax verlor 1,3 Prozent auf 769 Punkte.

In den Vereinigten Staaten habe sich die Stimmung unter den kleinen Unternehmen deutlich aufgehellt, sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Anleger messen dieser Meldung eine hohe Bedeutung zu, da gering kapitalisierte Firmen einen Gutteil der Arbeitsplätze in den USA stellen. Dennoch ist die Skepsis am Markt noch nicht verflogen. Die Investoren überlegten jetzt, welche Konsequenzen das von Europäischer Union, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank geschnürte Rettungspaket haben werde, sagte Ruland.

Europaweit gehörten Finanzwerte zu den größten Verlierern. Die Aktie der spanischen Banco Santander gab 3,3 Prozent nach. Am Montag hatte das Papier nach der Einigung der EU auf ein mehrere hundert Milliarden Euro schweres Rettungspaket für klamme Mitgliedstaaten zeitweise über 20 Prozent zugelegt. Die Titel der BBVA lagen drei Prozent im Minus. Societe-Generale-Aktien notierten zwei Prozent tiefer, die Titel der Deutschen Bank gaben 1,2 Prozent nach. Commerzbank-Aktien waren mit 2,4 Prozent größte Dax-Verlierer.

Darüber hinaus hielt die Berichtssaison die Anleger auf Trab. Positiv überraschen konnte die Deutsche Post mit einem Gewinnsprung. Der Logistikkonzern profitierte von der Konjunkturerholung und seinem Sparkurs. Die Aktien gewannen 1,4 Prozent. Ebenfalls gefragt waren Adidas-Aktien mit einem Plus von 2,9 Prozent. Auch die Zahlen von K+S wurden gut ausgelegt, die Papiere des Düngemittel- und Salzproduzenten lagen am Ende 0,4 Prozent im Plus. Solarwerte fanden sich nach Zahlen überwiegend deutlich im Minus wieder.

Der Euro-Stoxx 50 sank um ein Prozent auf 2730 Punkte. Auch in Paris und London gaben die Kurse nach. An der Wall Street aber präsentierten sich die wichtigsten Aktienindizes im Plus. Der Nasdaq-Composite legte 0,4 Prozent zu. Der Dow-Jones machte bis Handelsschluss in Europa seine anfänglichen Verluste wett und lag auf Vortagesniveau.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,44 (Vortag: 2,54) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,65 Prozent auf 126,67 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,23 Prozent auf 125,78 Punkte. Der Kurs des Euro fiel kräftig: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2698 (1,2969) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7875 (0,7711) Euro. Tsp

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